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Umweltschutz - Hochwasserschutz
 

 
 

08.03.2018

Überschwemmungsgebiete / Hochwasserrisikomanagement - Allgemeine Informationen

Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in NRW

Nordrhein-Westfalen hat ebenso wie die anderen Bundesländer seit vielen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um Menschen, Umwelt, Wirtschafts- und Kulturgüter vor den Gefahren durch Hochwasser zu schützen.

Seit dem Jahre 2007 bestehen für das Gebiet der Europäischen Union verbindliche Regelungen zum Umgang mit Hochwassergefahren. Die europäische Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie - HWRM-RL) trat am 26.11.2007 in Kraft und wurde inhaltlich im Jahre 2009 von der Bundesregierung in das nationale Wasserhaushaltsgesetz (WHG) übernommen.

Das Hochwasserrisikomanagement umfasst neben baulichen Schutzmaßnahmen auch die Information der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, den Einsatz von Rettungsdiensten, eine hochwasserangepasste Flächennutzung sowie diverse weitere Themenfelder. Alle Maßnahmen bilden zusammen den Hochwasserrisikomanagementplan.

Entsprechend den Vorgaben der HWRM-RL sind drei Arbeitsschritte im Hochwasserrisikomanagement durchzuführen:
- Schritt 1: Bewertung des Hochwasserrisikos und Bestimmung der Gebiete, in denen Hochwasser eine erhebliche Gefahr für menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe, wirtschaftliche Tätigkeiten oder Sachwerte darstellen können (sogenannte Risikogebiete)
- Schritt 2: Detaillierte Ermittlung der Überschwemmungsflächen und Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten für die Risikogebiete
- Schritt 3: Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen.

Für die erstmalige Bearbeitung gab die HWRM-RL konkrete Fristen vor:
- Bewertung des Hochwasserrisikos bis 21.12.2011
- Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten bis 21.12.2013
- Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen bis 21.12.2015

Anschließend sind die in den Arbeitsschritten erzielten Ergebnisse alle sechs Jahre (die Risikobewertung erstmals bis Ende 2018) zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren.


Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos

Bis Dezember 2011 wurden die Gewässer in NRW in Hinblick auf mögliche Auswirkungen eines Hochwassers bewertet. Bei Überschreitung bestimmter Schadensschwellen erhielten die Gewässer eine Einstufung als „Risikogewässer“. Im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden 59 Risikogewässer ermittelt. Der Abschlussbericht zur vorläufigen Bewertung mit der Liste aller Risikogewässer in NRW ist auf der Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de einsehbar.

Entsprechend den Vorgaben der HWRM-RL wurde die Risikobewertung bis Ende 2018 überprüft und fortgeschrieben. Für den Regierungsbezirk Düsseldorf zeigte sich aufgrund der inzwischen verbesserten Datenlage, dass an 18 der bislang erfassten 59 Gewässer im Hochwasserfall deutlich geringere Schäden zu erwarten sind als ursprünglich angenommen. In dem Ende 2018 veröffentlichten Bericht zur Fortschreibung der Risikobewertung in NRW sind die 18 Gewässer nicht mehr als Risikogewässer aufgeführt. Die Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten werden für diese Gewässer nicht fortgeschrieben. Auch Hochwasserrisikomanagementplanungen sind hierfür nicht mehr erforderlich.
Der Bericht zur Fortschreibung der Risikobewertung mit der aktualisierten Liste der Risikogewässer in NRW steht auf der Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de/vorlaeufige-riskobewertung-197 zur Verfügung.

Eine aktuelle Übersichtskarte der Risikogewässer im Regierungsbezirk Düsseldorf können Sie hier einsehen.


Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten

Für die im Jahr 2011 ausgewiesenen Risikogewässer wurden bis Dezember 2013 erstmalig Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erstellt. In den Karten sind die Auswirkungen von Hochwasserereignissen unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit (seltene bzw. extreme Ereignisse, Ereignisse mit mittlerer Wahrscheinlichkeit und häufig auftretende Ereignisse) dargestellt.

Dabei informieren Hochwassergefahrenkarten über das Ausmaß der Überflutungen (Ausdehnung, Wassertiefen und ggf. Strömungsgeschwindigkeiten). Hochwasserrisikokarten liefern Informationen über potentiell betroffene Einwohner, Industrieanlagen, Schutzgebiete, Sach- und Kulturgüter.

Die Karten sind auf der Internet-Seite www.flussgebiete.nrw.de/hochwassergefahrenkarten-und-hochwasserrisikokarten-194 einsehbar. Zusätzlich sind die ermittelten Überflutungsgefahren sowie andere Umweltdaten für ganz NRW über die Geoportale www.uvo.nrw.de und www.elwasweb.nrw.de interaktiv abrufbar. Die Geodaten können über open.nrw heruntergeladen werden.


Hochwasserrisikomanagementpläne

Basierend auf den Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten wurden in NRW bis Dezember 2015 mit den verantwortlichen Akteuren (Kommunen, Kreise, Wasserverbände, Landesbehörden) sowie interessierten Stellen (Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz- und Industrieverbände, Bürgerinitiativen) erstmalig Hochwasserrisikomanagementpläne für die Flussgebiete Rhein, Maas, Ems und Weser erstellt. Die Pläne beinhalten eine Vielzahl von Maßnahmen, um Hochwasserschäden zu reduzieren oder sogar gänzlich zu vermeiden. Auch die Bewirtschaftungsplanung nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurde dabei berücksichtigt.

Alle Pläne sowie weitere Dokumente zum Hochwasserrisikomanagement finden Sie auf der Internetseite www.flussgebiete.nrw.de/erarbeitung-der-hochwasserrisikomanagementplaene-191. Maßnahmenpläne der Kommunen können Sie auch über die Geoportale www.elwasweb.nrw.de und www.uvo.nrw.de einsehen.


Überschwemmungsgebiete

In Nordrhein-Westfalen wurden auch schon vor Inkrafttreten der HWRM-RL die hochwassergefährdeten Flächen rechnerisch ermittelt und als Überschwemmungsgebiete festgesetzt oder vorläufig gesichert (§ 76 WHG). Berechnungsgrundlage war und ist ein Hochwasserereignis, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist.

Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten hat das Ziel, Schäden durch Hochwasserereignisse zu verringern oder sogar gänzlich zu vermeiden. Sie zählt zu den strategischen Vorsorgemaßnahmen im vorbeugenden Hochwasserschutz. Überschwemmungsgebiete dienen u.a.

• dem Erhalt oder der Gewinnung, insbesondere Rückgewinnung von Rückhalteflächen,
• der Regelung des Hochwasserabflusses,
• dem Erhalt oder der Verbesserung der ökologischen Strukturen des Gewässers und seiner Überflutungsflächen,
• der Verhinderung erosionsfördernder Maßnahmen,
• dem hochwasserangepassten Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
• sowie der Vermeidung von Störungen der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung.

In den Überschwemmungsgebieten gelten besondere Schutzvorschriften (§§ 78, 78a, 78c WHG). So sind dort zur Vermeidung späterer Hochwasserschäden die Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich ebenso wie die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen in der Regel untersagt. Weiterhin ist es im Allgemeinen nicht zulässig, Grünland in Ackerland umzuwandeln oder Baum- und Strauchpflanzungen anzulegen (Broschüre "Vorsicht Hochwasser").

Wir empfehlen Ihnen, sich über bestehende oder geplante Festsetzungen von Überschwemmungsgebieten auf den Internetseiten der Bezirksregierung Düsseldorf zu informieren. Auch über die Geoportale www.uvo.nrw.de und www.elwasweb.nrw.de sind die Überschwemmungsgebiete einsehbar. Die Geodaten können über open.nrw heruntergeladen werden.



Risikogebiete außerhalb von Überschwemmungsgebieten

Hierbei handelt es sich um Gebiete, die erst bei einem seltener als einmal in 100 Jahren zu erwartenden Hochwasser oder bei einem Versagen von Hochwasserschutzanlagen überflutet werden und die in Hochwassergefahrenkarten dargestellt sind.


Für diese Gebiete außerhalb der festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiete gelten seit dem 05.01.2018 die Regelungen der §§ 78 b, 78c WHG. Die neuen Anforderungen an die Bauleitplanung, die Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen sowie die Errichtung und Nachrüstung von Heizölverbraucheranlagen sollen zur Vermeidung von Hochwasserschäden beitragen.

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