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Arbeitsschutz - Psychische Belastungen
 

 
 

05.05.2014

Psychische Belastungen und Beanspruchungen bei der Arbeit

Allgemeines zu Psychischen Belastungen

Hintergrund

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Arbeitswelt in zunehmendem Maße verändert. Neue Arbeitsmittel und Tätigkeitsfelder sind entstanden und brachten für die Mehrzahl der Beschäftigten hohe Anforderungen, mehr Verantwortung und Zeitdruck mit sich. Psychische Belastungen am Arbeitsplatz werden somit immer mehr zu einem Kennzeichen der modernen Arbeitswelt. Dahinter verbergen sich Phänomene wie - z.B. Über- und Unterforderung, ständige Erreichbarkeit, mangelhafte Kommunikation und Transparenz sowie soziale Konflikte oder auch Mobbing. Körperliche Belastungen und Risiken werden meistens akzeptiert, psychische Belastungen gelten hingegen oftmals als Ausdruck von einer individuellen Leistungsschwäche oder auch fehlender Belastungsfähigkeit -. Der Stressreport Deutschland 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) machte noch einmal deutlich das ein klarer Zusammenhang zwischen psychische Belastungen, die von außen auf die Beschäftigten einwirken, sowie psychischen und physischen Erkrankungen als deren Auswirkung besteht. So wurde unter anderem festgestellt, dass Stress (z.B. aufgrund eines ständigen Leistungs- und Termindrucks) zu einem um 23 % erhöhten Herzinfarktrisiko führen kann. Es wird damit verdeutlicht, dass die psychischen Beanspruchungen aufgrund psychischer Belastungen mit den bestehenden Ressourcen der Beschäftigten nicht vollständig zu kompensieren sind.

 

Begriffsbestimmungen

Was versteht man unter "psychischer Belastung"?

Der Begriff „psychische Belastung“ wird in der Arbeitswissenschaft als neutral verstanden und laut DIN EN ISO 10075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen“ folgendermaßen definiert:

„Psychische Belastungen sind die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“ [1]

Sie können sich z.B. aus der Arbeitsaufgabe, den organisatorischen, sozialen und/oder physikalischen Arbeitsbedingungen ergeben.

 

Was versteht man unter „psychischen Beanspruchungen“?

„Die sogenannten psychischen Beanspruchungen beschreiben die unmittelbaren Auswirkungen der psychischen Belastungen auf das Individuum in Abhängigkeit von seiner persönlichen Konstitution (z.B. Gesundheit, Erfahrung, Qualifikation, Bewältigungsstrategie).“ [2]

Beanspruchungen hängen mit individuellen Fähigkeiten oder auch von der bestehenden Situation ab. Sie können sowohl positive (z.B. Motivation) als auch negative (z.B. Überforderungs-, Unterforderungs-) Reaktionen auslösen.

 

Auswirkungen von psychischen Belastungen

Psychische Belastungen können sich unterschiedlich auswirken und somit zu positiven oder negativen Begleiterscheinungen und damit Beanspruchungen führen. Die Beanspruchung jedes Einzelnen ist abhängig von den individuellen Leistungsvoraussetzungen und Ressourcen der Beschäftigten. Hierzu gehören die jeweilige Qualifizierung, aber auch individuelle Fähigkeiten und Möglichkeiten mit psychischen Belastungen umgehen zu können. Erst durch die individuelle Reaktion auf eine psychische Belastung entscheidet sich, wie hoch der Grad der Beanspruchung ausfällt.

Negative Folgen der Beanspruchung können sein:

  • Ermüdung
  • Stress
  • mangelnde Arbeitszufriedenheit
  • Burn-out

 Psychische Belastungen Beanspruchungen


[1] (Quelle: DIN EN ISO 10075, Teil 1 DIN EN ISO 10075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen“).

[2] (Quelle: DIN EN ISO 10075, Teil 1 DIN EN ISO 10075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastungen“).