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Gesundheit und Soziales - Sozialwesen
 

 
 

24.08.2017

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Seit dem 1. Januar 2017 ist die AnFöVO in Kraft – die Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Sie löste die Verordnung über niedrigschwellige Hilfe- und Betreuungsangebote für Pflegebedürftige (HBPfVO) ab. Mehr dazu auf unserer Seite Betreuungsangebote.

Die AnFöVO dient der Weiterentwicklung und dem Ausbau von qualitätsgesicherten Unterstützungsleistungen, die Pflegebedürftigen in der häuslichen Versorgung zugutekommen und pflegende Angehörige entlasten sollen:
Pflegebedürftige können nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag nutzen und die hierfür entstehenden Aufwendungen gegenüber der Pflegekasse geltend machen (im Wege der Kostenerstattung). Hierfür steht ein monatliches Budget von 125 Euro sowie eine bis zu vierzigprozentige Umwidmungsmöglichkeit ihres ambulanten Pflegesachleistungsanspruchs zur Verfügung.

Was sind Unterstützungsangebote im Alltag?
Angebote zur Unterstützung im Alltag in der Nähe finden
Das Anerkennungsverfahren für Unterstützungangebote
Unterstützungsleistungen von Einzelkräften (Selbstständige oder unmittelbar bei der zu betreuenden anspruchsberechtigten Person gegen Entgelt Beschäftigte)
Unterstützungsleistungen von bürgerschaftlich engagierte Einzelpersonen
40-stündige Basisqualifizierung für leistungserbringende Personen
Links

Unterstützungsangebote im Alltag sind

  • Betreuungsangebote für Pflegebedürftige
  • Angebote zur Entlastung von Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Personen, die Pflegeverantwortung übernehmen und der Unterstützung bei der Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags oder im Haushalt (insbesondere bei der Haushaltsführung) oder bei der eigenverantwortlichen Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen dienen.

Für Gruppenangebote gilt eine Preisobergrenze von 20 Euro pro Person und Stunde. Für alle anderen Angebote gilt eine Preisobergrenze von 25 Euro pro Stunde zuzüglich angemessener Fahrtkosten. Sollte der leistungserbringende Betrieb an einen Tarifvertrag angeschlossen sein oder den Mitarbeiter/-innen nachweislich ein Entgelt in Anlehnung eines Tarifvertrages zahlen, so beträgt die Preisobergrenze 28 Euro pro Stunde zuzüglich angemessener Fahrtkosten.

Angebote zur Unterstützung im Alltag in der Nähe finden
Anspruchsberechtigte können Angebote zur Unterstützung im Alltag in ihrer Nähe in Kürze online suchen. Eine Datenbank sowie ein entsprechender Internetauftritt sind derzeit im Aufbau. Aktuell besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der Internetplattform der Landesinitiative Demenz beziehungsweise der Demenz-Servicezentren über niedrigschwellige (Betreuungs-)Angebote vor Ort zu informieren. Das Online-Angebot bietet Ihnen mit wenigen Klicks Informationen zu den bestehenden Betreuungsangeboten in Nordrhein-Westfalen. Die Kommunen haben einen genauen Überblick über die vorhandenen und sich bildenden Strukturen vor Ort und können ebenfalls Auskünfte über die aktuell in Ihrer Nähe befindlichen anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag geben.

Das Anerkennungsverfahren
für diese Angebote wird in der der neuen Verordnung geregelt, die auf § 45a Absatz 3 SGB XI beruht.
Registrierung und (Neu-) Antragstellung

Diverse Übergangsregelungen und -fristen sorgen dafür, dass bereits nach der HBPfVO anerkannte Angebote ihr Leistungen zunächst in der gewohnten Form erbringen können:
Sie benötigen keine neue Anerkennung. Müssen die Daten zu Ihrem Angebot online im Portal pfad.uia vervollständigen. Künftig gelten auch für die anerkannten Angebote die Regelungen der AnFöVO. Dies hat besondere Bedeutung hinsichtlich der nun nachzuweisenden Anforderungen an die Qualifikation der leistungserbringenden Personen und insbesondere für die Einzelkräfte.

Weiterführende Informationen für Angebote, die bereits vor dem 1. Januar 2017 nach den Vorschriften der Verordnung über niedrigschwellige Hilfe- und Betreuungsangebote für Pflegebedürftige (HBPfVO) erbracht wurden, finden Sie hier.

Für die Durchführung der Anerkennungsverfahren nach der AnFöVO sind die Kreise und kreisfreien Städte zuständig. Dies hat den Vorteil, dass die Angebotsstruktur vor Ort besser vernetzt und koordiniert werden kann. Der Bezirksregierung obliegt die Aufsicht über die Aufgabenerledigung durch die Kreise und kreisfreien Städte in Ihrem Bezirk.

Einzelkräfte (Selbstständige oder unmittelbar bei der zu betreuenden anspruchsberechtigten Person gegen Entgelt Beschäftigte)
Sogenannte Einzelkräfte müssen künftig mindestens über eine Qualifikation im Sinne der Richtlinien nach § 53 c SGB XI (Betreuungskräfte-RL) verfügen oder eine Ausbildung als Fachkraft abgeschlossen haben. Als Fachkräfte gelten Personen, die eine erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Altenpfleger/in, Gesundheits- oder Krankenpfleger/in, Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger/in , Heilerziehungspfleger/in oder einen staatlich anerkannten Berufsabschluss als Erzieher/in, Sozialpädagoge/in, Heilerziehungspfleger/in, Heilpädagoge/in, Ergo-, Physio- oder Sprachtherapeut/in nachweisen können oder ein staatlich anerkanntes, abgeschlossenes Studium in Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Heilpädagogik, Erziehungswissenschaften, Psychologie oder Gesundheits-, Pflege- oder Sozialmanagement absolviert haben. Für rein hauswirtschaftliche Unterstützungen sind auch Familienpfleger/innen oder Hauswirtschaftsfachkräfte als Fachkraft anerkannt.

Sollten im Einzelfall Einzelkräfte keine Fachkraft sein und auch nicht über die dann erforderliche Qualifikation nach der Betreuungskräfte-RL verfügen, aber über Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die mindestens gleichwertig mit Inhalt und Umfang einer Schulung nach der Betreuungskräfte-RL sind, so kann die Gleichwertigkeit durch die Bezirksregierung festgestellt werden. Dies geschieht bei Bedarf im Rahmen des Anerkennungsverfahrens auf Veranlassung von Kreis oder kreisfreier Stadt. In begründeten Ausnahmefällen kann eine Überprüfung auch außerhalb eines Anerkennungsverfahrens durchgeführt werden.

Selbstständige Einzelkräfte müssen – sofern sie nicht Fachkräfte sind – zur fachlichen Begleitung Ihrer Tätigkeit und zur Beratung eine Kooperation mit einer Fachkraft nachweisen. Bei der anspruchsberechtigten Person unmittelbar gegen Entgelt angestellte Einzelkräfte bedürfen der fachlichen Begleitung durch eine anerkannte Koordinierungsstelle nach § 11 AnFöVO.

Qualifizierte bürgerschaftlich engagierte Einzelpersonen
Neben der Leistungserbringung als sogenannte Einzelkraft besteht - ohne entsprechendes Anerkennungsverfahren beim Kreis oder der kreisfreien Stadt - auch noch die Möglichkeit der Leistungserbringung als qualifizierte bürgerschaftlich engagierte Einzelperson. Voraussetzungen sind dann, dass das Angebot nicht mehr als zwei Nutzenden oder einer Wohngemeinschaft zur Verfügung steht und zu ihnen ein besonderer persönlicher Bezug besteht. Die Einzelperson darf nicht mit der anspruchsberechtigten Person bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben. Eine regelhafte Vergütung oder ein Entgelt darf nicht vorgesehen sein, sondern lediglich die Erstattung entstehender Aufwendungen und Auslagen. Solche Einzelpersonen müssen mindestens über eine Basisqualifizierung nach der AnFöVO verfügen. Die weiteren Einzelheiten sind mit der zuständigen Pflegekasse zu klären.

40-stündige Basisqualifizierung für leistungserbringende Personen
Schulungskonzepte für die 40-stündige Basisqualifikation müssen vom Kreis oder der kreisfreien Stadt an ihrem Sitz anerkannt sein. Dabei wird überprüft, ob die Qualifizierungsmaßnahmen nach Umfang und Inhalt den Vorgaben der AnFöVO entsprechen.

Weiterführende Links:
MAGS NRW
Kreis Kleve
Kreis Mettmann
Rhein-Kreis Neuss
Kreis Wesel
Stadt Duisburg
Stadt Düsseldorf
Stadt Mönchengladbach
Stadt Oberhausen
Stadt Solingen
Stadt Wuppertal
Bezirksregierung Köln

Bitte beachten Sie, dass die nachfolgend genannten Ansprechpersonen nur Fragen und Anregungen zu Angeboten zur Unterstützung im Alltag aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf beantworten können.