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Gesundheit und Soziales - Sozialwesen
 

 
 

01.02.2017

Ausbildung in der Familienpflege

Ausbildungsziel
Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung
Dauer und Inhalt der Ausbildung
Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger in der Landwirtschaft

 

 

Was ist das Ausbildungsziel?

Ziel der Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger ist es, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die befähigen,

  • selbständig und eigenverantwortlich die Hausfrau, den Hausmann oder die verantwortliche Person im hauswirtschaftlichen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich vorübergehend zu vertreten, zu unterstützen oder anzuleiten,
  • hilfsbedürftige Menschen jeden Alters in ihrer Wohnung zu betreuen und zu pflegen, und
  • diese Aufgaben in familienähnlichen Strukturen sowohl vorübergehend als auch dauerhaft zu übernehmen.

Die Ausbildung bereitet insbesondere auf folgende Aufgaben vor:

  • Führung des Haushalts in Vertretung oder Zusammenarbeit mit der Hausfrau, dem Hausmann oder im Auftrag der verantwortlichen Person,
  • Wahrnehmung erzieherischer Aufgaben in Familien in Abstimmung mit den Personenberechtigten,
  • pflegerische Grundversorgung kranker, pflegebedürftiger, behinderter und alter Menschen sowie Beratung derselben und deren Angehörigen,
  • Anleitung bei hauswirtschaftlichen, erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten,
  • Hilfe zur Erhaltung und Aktivierung der selbständigen Lebensführung,
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme anderer Stellen zur Lösung wirtschaftlicher, gesundheitlicher, erzieherischer und sozialer Probleme.

Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung

Zur Ausbildung kann zugelassen werden, wer

1.  in gesundheitlicher Hinsicht und persönlich für die Familienpflege geeignet ist und
2.  das 17. Lebensjahr vollendet hat und
3.        

  • a) den Hauptschulabschluss oder einen entsprechenden Bildungsstand besitzt oder
  • b.) eine abgeschlossene Ausbildung und eine mindestens einjährige Tätigkeit im hauswirtschaftlichen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich nachweist oder
  • c.) das fünfundzwanzigsten Lebensjahres vollendet hat und eine mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes nachweist oder
  • d.) eine mindestens sechsjährige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes nachweist und eine abgeschlossene Ausbildung zur Familienhelferin und zum Familienhelfer hat.

 Wie lange dauert die Ausbildung? Woraus besteht die Ausbildung?

Die Ausbildung am Fachseminar für Familienpflege besteht aus einer zweijährigen theoretischen und fachpraktischen Ausbildung, welche mit einer Abschlussprüfung endet, sowie aus einem einjährigen Berufspraktikum, welches vom Fachseminar begleitet wird und mit einem Kolloquium abschließt.

Die Ausbildung am Fachseminar umfasst 1.800 Stunden Unterricht sowie 1.200 Stunden fachpraktische Unterweisung.

Für Auszubildende mit einer abgeschlossenen Ausbildung im hauswirtschaftlichen, pflegerischen oder pädagogischen Bereich sowie für Auszubildende, die mindestens 25 Jahre alt sind und mindestens sechs Jahre einen Mehrpersonenhaushalt geführt haben, kann die theoretische und fachpraktische Ausbildung am Fachseminar um bis zu 12 Monate verkürzt werden.  Mit dieser Regelung werden zuvor erworbene Berufs- bzw. Lebenserfahrungen, die für den Beruf der Familienpflegerin bzw. des Familienpflegers erforderlich sind, gewürdigt. Beide Ausbildungsvarianten bestehen gleichwertig nebeneinander.

Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger in der Landwirtschaft

Die Ausbildung zur Familienpflegerin und zum Familienpfleger in der Landwirtschaft  umfasst auch die Vorbereitung auf die Übernahme von spezifischen Aufgaben im landwirtschaftlichen Haushalt und Betrieb.

 Die Ausbildung umfasst zusätzlich 100 Unterrichtsstunden aus den Bereichen Landwirtschaftliche Betriebslehre, Gartenbau sowie Tierproduktion.

 Bei der fachpraktischen Ausbildung ist es erforderlich, dass rund 400 Stunden in anerkannten Ausbildungsstätten der ländlichen Hauswirtschaft abgeleistet werden.

 Wer bildet aus?

Ausbildungsstätten sind die staatlich anerkannten Fachseminare für Familienpflege sowie Berufskollegs.

 Staatliche Abschlussprüfung:

Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem fachpraktischen Teil. Sie ist gebührenfrei.

Berufspraktikum:

Das Berufspraktikum wird in einem Arbeitsverhältnis in Einrichtungen der Familienpflege oder in anderen Bereichen, in denen Kenntnisse und Fertigkeiten des Berufsfeldes eingeübt werden können, abgeleistet. Das Berufspraktikum ist spätestens ein Jahr nach der Abschlussprüfung anzutreten.

Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten, die die staatliche Anerkennung in der Landwirtschaft anstreben und die keine abgeschlossene Berufsausbildung als Hauswirtschafterin oder Hauswirtschafter mit dem Schwerpunkt ländliche Hauswirtschaft oder als Landwirtin oder Landwirt nachweisen, sollen vier bis sechs Monate ihres Berufspraktikums in landwirtschaftlichen Haushalten ableisten.

 Wie bekomme ich die staatliche Anerkennung als Familienpfleger/in?

Die staatliche Anerkennung als Familienpflegerin und als Familienpfleger ist zu erteilen, wenn

  • die Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt wurde
  • das einjährige Berufspraktikum erfolgreich abgeleistet wurde
  • die antragstellende Person in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs geeignet ist und
  • keine Tatsachen bekannt sind, aus denen sich die Unzuverlässigkeit zur Berufsausübung ergibt.

Der Antrag auf staatliche Anerkennung soll spätestens sechs Monate nach der Ableistung des Berufspraktikums über das Fachseminar für Familienpflege bei der Bezirksregierung gestellt werden.

Welche Aufgaben hat die Bezirksregierung Düsseldorf?

1.         Fachliche Begleitung und Beratung in allen Bereichen der Familienpflegeausbildung für Fachseminare für
            Familienpflege, Bewerber sowie Lehrgangsteilnehmer
2.         Erteilung der staatlichen Anerkennung
3.         Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Bildungsabschlüsse in der Familienpflege.

Rechtsgrundlage:

Rechtsgrundlage für die Ausbildung, Prüfung und Erteilung der staatlichen Anerkennung als „Familienpflegerin“ oder „Familienpfleger“ ist die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Familienpflegerinnen und Familienpfleger vom 02. April 2004 (GV.NRW.S.184).

Adresse des Fachseminars für Familienpflege:

Im Regierungsbezirk Düsseldorf gibt es folgendes Fachseminar für Familienpflege:

Düsseldorf:

Fachseminar für Alten- und Familienpflege der Kaiserswerther-Diakonie, Brandenburger Str. 2 in 40880 Ratingen, Telefon: 0211 409-3575; E-Mail: bfg@kaiserswerther-diakonie.de