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Mathe-Treff: Blick über den Zaun
Erfahrungsbericht als Austauschschüler an einer amerikanischen High School
Marc Lehmann (Langenfeld)

Vorbemerkung der Redaktion: Marc Lehmann, der im Jahr 2000 sein Abitur am Konrad-Adenauer-Gymnasium Langenfeld abgelegt hat, war in der Jahrgangstufe 11 für ein Jahr Austauschschüler an einer (kleinen) amerikanischen High-School.

Die Aufteilung der Mathematik erfolgt in mehrere Bereiche:

  • Algebra 1 (einfachste Algebra)
  • Algebra 2 (Weiterführung)
  • Geometry (Geometrie, Trigonometrie)
  • Advanced Math (Funktionen, Polynome, etc.)
  • Calculus AB (Grenzwerte, Analysis)
  • Calculus BC (Weiterführung)

Die Kurse werden je 1 Unterrichtstunde am Tag (55 min.) unterrichtet. Es müssen mind. 3 Kurse belegt und bestanden werden, wobei meine Schule nur die ersten vier Kurse angeboten hat. Um einen weiterführenden Kurs zu belegen, muss man zuvor die anderen belegt haben (Ausnahme: Advanced Math schließt Geometry ein). Die meisten Schüler entscheiden sich aber für Algebra 1+2 und Geometry. Calculus (sprich unsere Sek. II-Mathematik) bekommen sie erst im College zu sehen, falls sie dieses besuchen.
Der Unterricht wird ähnlich wie bei uns durchgeführt, etwas mehr computerlastig (z.B. stellt die Schule graphische Taschenrechner), es gibt jedoch weder Klausuren noch eine End-Prüfung, vielmehr wird der Stoff in nahezu täglichen Tests (meist Multiple-Choice) abgefragt.

Desweiteren gibt es sog. AP (Advanced-Placement)-Kurse, die allerdings nur an großen High-Schools angeboten werden. Diese Kurse entsprechen schon eher unserem Sek-II-Standard, ein erfolgreich absolvierter Kurs wird auch von deutschen Universitäten sowie der ZVS anerkannt. Diese Kurse (in Mathe: Calculus AB+BC) umfassen neben einer erweiterten Unterrichtszeit auch mehrere Zwischenprüfungen (z.Tl. Multiple Choice), die national durchgeführt werden. Weiterhin gibt es eine Abschlußprüfung, die unserer Abiturprüfung ähnlich ist, die jedoch national am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit mit dem gleichen Inhalt abgehalten wird. [...]
Mit dem erfolgreichen Abschluß in vier AP-Prüfungen (in Aufgabenbereichen analog zum Abitur) in Verbindung mit einem High-School-Abschluß kann man sich wie gesagt auch an deutschen Unis bewerben. [...]

[...] Ich habe dort den High-School-Abschluß erlangt, habe den höchsten angebotenen Mathematik-Unterricht absolviert, und dennoch befand ich mich mathematikmäßig auf dem Stand eines neunt- oder zehnt-Klässlers bei uns. Einen wirklich ausreichenden Mathematik-Unterricht findet man erst im College oder in den AP-Classes. [...]