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Sommerferienlesetipp 2007

Cover "Supergute Tage"Was Sie - was Ihr braucht für die Großen Ferien, ist eine schöne Geschichte, die spannend ist, in der man einen netten Jungen kennen lernt und die außerdem - aber eher am Rande - etwas mit Mathematik zu tun hat, denn der Mensch soll natürlich auch in den Ferien nachdenken.

Hier ist sie:

Supergute Tage
oder
Die sonderbare Welt des Christopher Boone
von Mark Haddon
München 2003

Christopher findet sieben Minuten nach Mitternacht den Hund Wellington. Er liegt im Garten der Nachbarin und ist offensichtlich ermordet worden - er wurde von einer Mistgabel durchbohrt. Ein Polizist kommt, untersucht den Fall und fasst Christopher an. Das mag er aber nicht und schlägt zurück. Daraufhin nimmt der Polizist ihn mit auf die Wache. Sein Vater holt in später von der Wache ab, also sicher kein superguter Tag.

Christopher ist ein Junge, der insbesondere Mathematik mag und es einfach gern hat, wenn alles schön geordnet ist. Eine Methode, alles in Ordnung zu bringen, ist logisches Denken. Allerdings gibt es auch noch andere Methoden. Und damit sind wir beim Thema: Es gibt solche und solche Tage. Vier rote Autos in einer Reihe bedeuten einen sehr guten Tag und fünf rote Autos sogar einen superguten Tag. Wir können uns denken, dass fünf gelbe Autos einen schwarzen Tag heraufziehen lassen. An solchen Tagen spricht Christopher mit niemandem, sitzt allein herum, liest Bücher, lässt das Mittagessen ausfallen und geht keine Risiken ein.

Nach der Ermordung von Wellington beschließt Christopher mit detektivischen Mitteln der Mörder zu finden. Was wir lesen, ist der Roman, den er im nachhinein auf Anraten seiner Lehrerin Siobhan schreibt. Nach ein paar Zeilen ist man in Christophers Welt und fängt an, ihn zu mögen. Wir folgen seinen Gedanken, erfahren vom Tod seiner Mutter und sehen, welche Rolle sein Vater für ihn spielt. Zwischendurch ist dann auch immer wieder von Mathematik, etwa vom Monty-Hall-Problem, auch Ziegen-Problem genannt, die Rede.

Wenn man das Buch gelesen haben, wird einem danach Christopher fehlen. Der stressarme Krimi wendet sich an jüngere Leute, die neben anderem auch Mathematik mögen, und an solche, die jüngere Leute mögen, die auch Mathematik mögen.

(nev)

 
 
Sunday, 19. November 2017 / 20:52:07