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Mathe-Treff: Magazin - Mathe & Leute
Immanuel Kant zu Problemen der Schulpolitik bei uns in Nordrhein-Westfalen unter besonderer Berücksichtigung des Faches Mathematik.

Immanuel Kant lehrte Philosophie und alles mögliche andere in einer mittelgroßen Stadt an der Ostsee. Er schrieb viele schwierige Bücher, die demgemäss natürlich auch keiner verstand. Heute ist das nicht anders. Trotzdem redet derzeit manch einer über ihn.

Der Mathetreff, dessen Wirkungsfeld ja der Cyberspace ist, hat nun versucht, mit Prof. Kant Kontakt aufzunehmen, was leider nicht so recht gelang.

Dennoch erlauben wir uns, wenigstens die Fragen zu veröffentlichen, die wir gerne von Herrn Kant beantwortet gehabt hätten. Das misslungene Interview führte Jochen Rhone, ein freier Mitarbeiter des MT.

MT: Herr Professor Kant, nach einem wenig bekannten Zitat von Heinrich Heine haben Sie einen eher abstrakten Lebenswandel geführt. Demzufolge haben sie natürlich auch keine Kinder, vermutlich nicht einmal uneheliche. Dennoch die Frage: Hätten Sie sich vorstellen können, etwaige Kinder in eine nordrhein-westfälische Schule zu stecken? Dabei setzen wir implizit voraus, dass der Sinne von Schule darin liegt, Menschen zu bilden.

I. Kant: ...

MT: Das Konzept unserer Landesregierung in der Schulpolitik besteht darin, mit immer mehr bedrucktem Papier das Leben in der Schule immer weiter zu verkomplizieren. Auf diese Weise soll der "mündige Bürger", eine heutzutage weit verbreitete Phrase, das Gefühl bekommen, es passiere was. Nun haben Sie ja auch viel Papier bedrucken lassen, was bekanntlich ebenso zu nichts geführt hat. Die Leute glauben immer noch den größten Blödsinn. Wie beurteilen Sie die Vorgehensweise unserer Landesregierung in der Schulpolitik?

I. Kant: ...

MT: In einem dieser NRW-Papier heißt es: Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit Werten, Wertesystem usw. auseinander setzen,... Wenn ich das richtig sehe, sind damit Sie mit Ihrem kategorischen Imperativ und einige Ihrer Fachkollegen, etwa Herr Platon und Herr Thomas von Aquin, auch ein Herr Marx, der Ihnen vermutlich nicht bekannt ist, gemeint. Nun setzen wir einmal voraus, dass ein Lehrer in der unbegreiflichen Fülle der Fächer und Themen der differenzierten Oberstufe dieses hehre Ziel bei seinen Schülern nicht erreicht. Sollte er nicht zur Strafe noch eine Stunde in der Woche länger unterrichten?

I. Kant: ...

MT: Um nun endlich zur Mathematik zukommen. Wie finden Sie folgende Aufgabe: Diskutieren Sie die Funktion mit

I. Kant: ....

MT: Und eine letzte Frage: Ihr Kollege Herr Platon, hat sich schon vor langer Zeit darüber geärgert, dass die Athener zu dumm waren, die Irrationalität von zu begreifen. In NRW ist das auch so. Nun sind Sie ja ein anerkannter Feind des Irrationalen an sich. Sollte man im Mathematikunterricht das Irrationale nicht einfach fallen lassen?

I. Kant: ...

MT: In der Hoffnung, dass sich Ihre Antworten irgendwo im Cyberspace befinden, wo der Mathetreff sie leider noch nicht entdeckt hat, danken wir Ihnen für dieses Interview und begehen Ihren Todestag, wie es sich gehört, mit Kaffee und Streuselkuchen.