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Mathe-Treff: Magazin - Mathe & Leute
Ein paar Fragen an Stefanie Krivsky

Vor einiger Zeit hat das MathePrisma der Uni Wuppertal einen besonderen Softwarepreis bekommen. Wegen der Umstrukturierung des MatheTreffs gratulieren wir etwas verspätet, dafür aber besonders herzlich. Zum Preis und zum MathePrisma stellen wir einige Fragen an Stefanie Krivsky, eine der Seelen des Prismas. Zuvor ein paar Worte zur Person.

Stefanie Krivky:

Zur Schule gegangen bin ich in Wuppertal (St. Anna-Gymnasium). Abiturfächer waren (natürlich!) Mathe und Informatik (letzteres nur als Gk möglich) und dazu Deutsch-LK und Geschichte.
Studiert habe ich dann ebenfalls in Wuppertal, und zwar Mathe mit Nebenfach Informatik und dabei den Schwerpunkt Angewandte Mathematik/Computergeometrie gewählt. In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit dem dem Thema "Verifizierte Berechnung konvexer Hüllen und Lösung linearer Gleichungssysteme" beschäftigt.
Da Mathematik seit der ersten Klasse mein Lieblingsfach war, stand immer fest, dass ich Mathematik studieren wollte. Ein bestimmtes Berufsziel hatte ich dabei nicht in Blick.

MT: Prof. Frommer, Prof. Scheid, Sie und Ihr Team haben einen ganz bemerkenswerten Softwarepreis für das MathePrisma des Fachbereichs Mathematik der Uni Wuppertal bekommen. Was für ein Preis ist das?

St. Krivsky: MathePrisma ist mit dem Medida-Prix 2001 ausgezeichnet worden. Dieser ist von der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) ausgeschrieben und mit 100.000 Euro dotiert. Finanziert wird der Preis vom deutschen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF), dem östereichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr (bm:bwk) und dem Schweizerischen Bundesamt für Bildung und Wissenschaft (BBW).
Ziel des Medida-Prix ist es, einen Beitrag zur Qualität der mediengestützten Lehre zu leisten.

MT: Welche Intentionen verfolgen Sie mit dem MathePrisma?

St. Krivsky: MathePrisma bietet Schüler und Studenten einen neuen Zugang zur Mathematik. Der Computereinsatz ermöglicht dabei einen experimentelleren Umgang mit Mathematik, so dass Problemerkennung und Entwicklung von Lösungsstrategien einen neuen Stellenwert bekommen. MathePrisma möchte dabei sowohl die Faszination als auch die Nützlichkeit der Mathematik vermitteln.

MT: Welchen Modul mögen Sie selber am meisten und warum?

St. Krivsky: Durch die Themenbreite und auch die unterschiedlichen Zielgruppen, an die sich die einzelnen Module wenden, sind diese nur schwer zu vergleichen. Jedes hat auf Grund der spezifischen didaktischen Aufbereitung seinen eigenen Reiz. Besonders gut gefallen mir aber beispielsweise die Rekursiven Folgen, die Zahlenmauern und die Turingmaschine.

MT: Sind neue Module in der Entwicklung?

St. Krivsky: Aktuell sind 12 Module in Arbeit. MathePrisma ist zum festen Bestandteil des Lehrangebots an unserer Uni geworden.
Das bedeutet, dass Dozenten auch weiterhin zur Verbesserung der Hochschullehre neue Module entwickeln. Andererseits ist es aber auch Aufgabe von Studenten im Rahmen von Seminaren, Praktika oder Examensarbeiten neue Module auszuarbeiten. Aber auch von externen Autoren sind bereits erste Module geschrieben worden.

MT: Haben Sie Rückmeldungen von jungen Leuten, von Lehrern?

St. Krivsky: Per Email erhalten wir viele Rückmeldungen von Lehrern, Studenten und auch Schülern, wobei die Resonanz durchweg positiv ist. Der ins Netz gestellte Fragebogen wurde im Vergleich zu den Download-Zahlen bisher leider nur sporadisch beantwortet.

Auf dem Foto: v. l. n. r. Björn Medeke, Stefanie Krivsky, Katrin Schäfer und Staatssekretär Dr. Uwe Thomas (bmb+f)

Das MathePrisma finden Sie unter http://ww.math.uni-wuppertal.de/teach/MathePrisma/

Die Module sind nach Themen, nach Fachgebieten und nach Altersstufen geordnet. Man findet z. B. ein Modul zu Ableitungen, das direkt SII-relevant ist, aber auch Module zur Zahlentheorie oder zur Kombinatorik. Die Arbeit mit Modulen zeigt, wie reich Mathematik ist und wie wenig davon leider normalerweise den Weg in die Schule findet.