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Mathe-Treff: Magazin - Mathe & Leute
Franziska Schwarz aus Wuppertal nimmt an einer Summerschool in Oxford/Ohio teil

Die Miami University in Oxford/Ohio, www.muohio.edu , führt jedes Jahr im Sommer eine Summer School für begabte junge Leute aus den USA und Europa durch. Geleitet wird diese Summer School von dem Mathematiker Prof. Dr. Robert S. Smith. Der Themenkreis ist sehr weit gefasst, also keineswegs nur auf Mathematik und Naturwissenschaft beschränkt. Für die Teilnahme im vergangenen Sommer konnte sich Franziska Schwarz vom Carl-Fuhlrott-Gymasium, JS 12, in Wuppertal qualifizieren.

MT: Ist es nicht ein komisches Gefühl, sich in einen Flieger zu setzen und irgendwohin in die USA zu fliegen, um Kurse an einer Universität zu belegen, die man nicht kennt und wenn man zudem noch Schülerin ist?

Franziska Schwarz: Sicherlich ist es ein sehr mulmiges Gefühl, allein in die USA zu fliegen, ohne jegliche Begleitung, und um zu studieren?! Bevor ich dahin kam, konnte ich mir wirklich gar nicht vorstellen, wie so etwas ablaufen sollte. Aber es klappte erstaunlich gut...

MT: Wie war denn der Empfang und wie ging es dann los?

F. Schwarz: Zum Empfang an der Universität bekamen wir erst einmal einen ziemlich dicken
Umschlag mit allen möglichen, wichtigen Informationen zu den gewählten Kursen oder den Freizeitaktivitäten, die geplant waren. Danach wurden die Zimmer zugeteilt und man konnte schon seine Sachen auspacken und sich mit seinen "suitmates" bekannt machen. Am späten Nachmittag fand ein riesen Picknick auf dem Campus mit allen Junior Scholars und ihren Eltern statt und am Abend wurden alle Programmteilnehmer noch einmal vom Organisator Dr. Smith begrüßt und eingewiesen. Ja, und schon am nächsten Tag begann der Studiengang.

MT: Welche Kurse haben Sie besucht? Beschreiben Sie uns auch ein wenig die Inhalte der Kurse. Waren es Vorlesungen oder workshops, oder wie war der Betrieb organisiert?

F.Schwarz: Meine Kurse nannten sich "Finite Mathematics" und "Microbiology & Human Disease". In dem mathematischen Kurs beschäftigten wir uns mit linearen Ungleichungen, Matrizen, mathematischer Logik und Wahrscheinlichkeiten, wobei der Dozent immer bestimmte Aufgaben vorgerechnet hat und wir an diesem Beispiel die Materie verstehen sollten. In "Microbiology & Human Disease" hingegen sahen wir zusätzlich zu einigen Vorträgen Dokumentationen über Einzelschicksale von Menschen mit bestimmten Krankheiten oder über das Immunsystem des Menschen und lasen nebenbei ein Buch mit dem Titel "The secret life of germs", das beschreibt, wo überall im alltäglichen Leben Keime/Krankheitserreger zu finden sind. Außerdem sollte man teilweise in Gruppenarbeit bestimmte Fragestellungen beantworten.

MT: Problem Sprache. Wie sind Sie damit klar gekommen?

F. Schwarz: Die ersten zwei Wochen waren besonders in "Microbiology" ziemlich hart und ich habe nur spärlich etwas verstanden, da ich diese ganzen Fachbegriffe bzw. Krankheitsnamen auf Englisch gar nicht kannte. Aber u.a. mit Hilfe des Buches ging es von Tag zu Tag besser. In Mathe zu folgen war dagegen ein Leichtes, denn man musste sich eigentlich nur an den Zahlen orientieren und die wenigen Worte, die man brauchte, waren schnell gelernt.

MT: Wie funktionierte die Zusammenarbeit mit den anderen Studenten?

F. Schwarz: Die anderen sozusagen "echten" Studenten waren eigentlich immer sehr hilfsbereit und nett. Sie integrierten und akzeptierten uns Junior Scholars direkt.

MT: Was haben Sie an den Wochenenden gemacht? Haben Sie was von der Gegend gesehen?

F. Schwarz: An den Wochenenden waren wir meistens unterwegs, entweder in irgendwelchen Einkaufszentren, Bowlingspielen oder bei einem Baseballspiel in Cinncinatti. Und das Aufregendste war doch die Fahrt in einen Vergnügungspark mit unglaublich vielen, aufregenden Achterbahnen. Also das Angebot war doch sehr abwechslungsreich, allerdings haben wir nicht so viel von der Umgebung an sich gesehen.

MT: Würden Sie eine solche Sommerschule anderen empfehlen? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, damit ein solcher Hochschulbesuch sinnvoll ist?

F. Schwarz: Also ich würde diese Sommerschule auf jeden Fall weiterempfehlen, denn sie war nicht nur lehrreich, sondern ebenfalls die Erfahrung wert. Jedoch sollte man schon gute bis sehr gute Englischkenntnisse mitbringen, offen und diszipliniert sein, denn dort gelten harte Regeln, und sich auch für die angebotenen Kurse interessieren. Und man sollte wirklich kein Heimweh und Angst vorm Fliegen haben.

MT: Fahren Sie wieder hin?

F. Schwarz: Wahrscheinlich schon, allerdings nicht in den nächsten Jahren. Allerdings spiele ich sogar mit dem Gedanken später für ein Jahr an der Miami University zu studieren?! Mal schauen, ob ich das verwirklichen kann...

MT: Vielen Dank.

Das Gespräch für den Mathe-Treff führte Rolf Neveling.