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Mathe-Treff: Abituraufgabe LK Stochastik
von Bernd Bleidorn, Ricarda-Huch-Gymnasium Krefeld

Abituraufgabe für den Leistungskurs Mathematik.
Teilbereich: Stochastik

Feste Bindung nicht gefragt
Umfrage unter jungen Männern: Ernährerrolle wird abgelehnt

Hamburg, 26. November (AP).

Junge Männer von heute haben anscheinend ein völlig anderes Rollenverständnis als ihre Väter. Das jedenfalls zeigt das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift 'Brigitte' unter 4000 Personen ab 14 Jahren durch das Sample-Institut. Danach wird von vielen jungen Leuten abgelehnt, was für ihre Väter noch eine Selbstverständlichkeit war, nämlich heiraten, eine Familie gründen und diese ernähren. 40 Prozent der jungen Männer unter 25 geben an, keine feste Bindung zu suchen. Mehr als die Hälfte finden es nicht wichtig, einmal eine Familie zu ernähren.

Ganz anders die Männer über 55. In große Mehrheit stimmen sie für die dauerhafte Beziehung. Nur 14 Prozent der über 55-jährigen Männer halten es nicht mehr für erstrebenswert, sich auf Dauer fest zu binden.

Die Erwartungen der jungen Frauen decken sich weitgehend mit den Wünschen der jungen Männer. Die feste Bindung ist auch für 35 Prozent der Frauen unter 25 nicht erstrebenswert. Noch wenigen Frauen (35 Prozent) als Männer (41 Prozent) unter 25 erwarten, daß der Mann die Rolle des Familienernährers übernimmt.

Unterdessen sind junge Männer auch bereit, die Frauen im Haushalt zu unterstützen. Nur jeder fünfte Mann unter 25 lehnt es ab, die Hälfte der Hausarbeit zu übernehmen, was von fast allen Frauen (93 Prozent) erwartet wird. Hausfrauentätigkeit wird aber von Frauen durchweg höher bewertet als von Männern. Während 63 Prozent der jungen Männern und 79 Prozent der über 55-jährigen Männer angaben, Hausfrauentätigkeit sei für sie genauso viel Wert wie Berufstätigkeit, meinten dies 69 Prozent der jungen Frauen und 88 Prozent der Frauen über 55 Jahre.

(Frankfurter Rundschau vom 27.11.1984)

  1. Der Leistungskurs Mathematik hat 12 junge Männer.
    Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß ...
    • ... mindestens die Hälfte der männlichen Kursteilnehmer keine feste Bindung sucht;
    • ... maximal die Hälfte die Teilung der Hausarbeit ablehnt?
  2. Legen Sie wieder die in dem Zeitungsartikel angegebenen relativen Häufigkeiten als Wahrscheinlichkeiten zugrunde.
    Mit welcher Wahrscheinlichkeit würden dann mindestens 290 Frauen aus einer 300-köpfigen Frauengruppe von den Männern die Teilung der Hausarbeit erwarten?
  3. Mangels entsprechender Angaben nehme ich an, daß von den 4000 befragten Personen 1000 Frauen unter 25 Jahren gewesen sind.
    Klären Sie, ob mit einer Sicherheit von 98 Prozent behauptet werden kann, daß mehr als 1/3 der jungen Frauen in der Gesamtbevölkerung feste Bindungen nicht für erstrebenswert halten.
  4. Geben Sie das 95,5 %-Konfidenzintervall für den Anteil der Männer in der Gesamtbevölkerung unter 25 Jahren an, die es ablehnen, die Hälfte der Hausarbeit zu übernehmen (n = 1000).
  5. Wie groß hätte die Stichprobe für den jüngeren weiblichen Bevölkerungsteil sein müssen, damit mit einer Sicherheit von 99,7 Prozent davon ausgegangen werden kann, daß 2/3 der jungen Frauen Hausfrauentätigkeit gleich wertvoll wie Berufstätigkeit halten?

Unterrichtliche Voraussetzungen - Erwartungshorizont