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Ordnung und Gefahrenabwehr - Hafensicherheit
 

 
 

25.01.2016

Über die Hafensicherheit in NRW

Auch in Zeiten einer eher schwachen Wirtschaftslage besteht weiter eine latente Gefahr für die (deutsche) Wirtschaft durch Sabotage und Terrorismus. Sicherheitsexperten warnen, dass die Terrorismusgefahr in Deutschland sogar noch zunehmen könnte.

 

Häfen und Hafenanlagen bieten dabei teilweise attraktive Ziele für terroristische Aktivitäten. Waffen, Sprengstoffe oder Personen können beispielsweise in Frachtcontainern grenzüberschreitend geschmuggelt werden. Anschläge auf Öltanker, auf Raffinerien oder Gefahrstofflager können neben wirtschaftlichen Schäden unabsehbare Umweltkatastrophen nach sich ziehen. Ein explodierender Sprengsatz in einem Umschlagszentrum oder ein versenktes Schiff in einer Hafenzufahrt könnte wichtige Handelswege unterbrechen und so die Wirtschaft schwächen. Weltweit sind leistungsfähige Häfen und eine funktionierende Seeschifffahrt unverzichtbar. Beide stellen den Hauptnerv des Welthandels dar. Deutschland ist als Industriestandort unmittelbar auf eine sichere Rohstoffzufuhr und seine Exportmöglichkeiten angewiesen. Nachhaltige Störungen können zu massiven Beeinträchtigungen der Ökonomie führen.


 

 

Am Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen (und auch in den südlicheren Binnenländern) ist für den Seehandel im Besonderen der Rhein maßgeblich, durch den zahlreiche Hafenstandorte für den unmittelbaren internationalen Seeschiffsverkehr erschlossen sind.


 

Unter diesen Blickwinkeln wird in den vergangenen Jahren weltweit der präventive Schutz des Seeschiffsverkehrs und der Hafenwirtschaft verbessert.

Die Bezirksregierung Düsseldorf führt hierzu landesweit – und auf der Grundlage eines Verwaltungsabkommens der Landesregierungen auch im Bundesland Rheinland-Pfalz – in allen Häfen, in den Seeschiffe abgefertigt werden, Risikobewertungen durch und erstellt die Gefahrenabwehrpläne, die durch die Hafensicherheitsbehörde in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Hafenbetreibern umgesetzt werden. Sie überprüft, genehmigt und überwacht die durch die betroffenen Umschlagunternehmen (ISPS-Hafenanlagen) entwickelten Gefahrenabwehrkonzepte und überwacht die Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen durch die betroffenen Umschlagunternehmen und Häfen.

 


 

 

In Nordrhein-Westfalen sind zurzeit von Emmerich im Norden bis Köln im Süden und Dortmund im Osten insgesamt 83 Umschlagbetriebe und ca. 27 Gesamthäfen als Infrastrukturzentren mit Seeschiffsverkehr betroffen. Die abschließend an die Umschlagbetriebe erteilten Zertifikate über eine ordnungsgemäße Gefahrenvorsorge sind zwischenzeitlich zu einem Qualitäts- und Marketingkriterium in der Logistikbranche geworden.

 


 

 

Terroristen suchen Ziele, bei denen sie mit geringem Aufwand großen Schaden anrichten. Eines ihrer Hauptanliegen ist es auch, mit einem Schlag viele Menschenleben auszulöschen und symbolträchtige Gebäude zu zerstören.

Die Anschläge vergangener Jahre von New York, Washington, London, Madrid und Paris belegen diese Vorgehensweise. Ein Konzept zur Sicherung eines Hafens erfordert daher eine umfassende Analyse aller in dem Hafengebiet vorkommenden Nutzungen.

 

 

 

Unter Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten eines Hafens in struktureller, baulicher und verkehrlicher Hinsicht, aber auch der wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit eines Hafengebietes und der Praktikabilität von Gefahrenabwehrmaßnahmen in dem betroffenen Gebiet werden durch die Hafensicherheitsbehörde die spezifischen Gefahrenabwehrpläne erstellt und die hierin vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen durch Hafensicherheitsbehörde, Polizei und Hafenbetreiber umgesetzt. 

Im Gegensatz zu den einzelnen Umschlagbetrieben sind die Schutzmaßnahmen in den Gesamthäfen nicht vorrangig baulicher Art. Im Wesentlichen werden hier organisatorische Zugangskontrollmechanismen und Überwachungssystematiken eingeführt sowie personelle Präsenz und Kompetenzen gewährleistet.

Mit Augenmaß eingesetzte organisatorische, personelle und technische Mittel sollen so bei vertretbarem Aufwand größtmögliche Sicherheit schaffen und die Risiken eines terroristisch motivierten Anschlages in Grenzen halten.