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Ordnung und Gefahrenabwehr - Kampfmittelbeseitigung
 

 
 

17.01.2017

FAQs zu den Kampfmittelüberprüfungen vor Ort

Der staatliche Kampfmittelbeseitigungsdienst hat in seiner Luftbildauswertung eine Kampfmittelüberprüfung empfohlen. Muss diese Überprüfung zwingend durchgeführt werden?

Welche Kampfmitteluntersuchungen können auch bei bestehender Infrastruktur (z.B. bei geplanten Anbauten an bestehende Gebäude, Kanalerneuerungen, etc.) durchgeführt werden?

Gibt es eine Liste von in NRW zugelassenen Firmen für die Kampfmittelbeseitigung?

Wer steckt einen VP (Bombenblindgängerverdachtspunkt) ab? Wer trägt die Kosten hierfür?

Untersuchung von Bebauungsplangebieten (bei flächenhaftem Kampfmittelverdacht-vermehrte Kampfhandlungen, Bombenabwurfgebiet, Erdkampfgebiet, diffuse Kampfmittelbelastung o.ä.): Ist es sinnvoll, die Gesamtfläche eines Bebauungsplangebietes vor der Erschließung zu untersuchen oder kann die Untersuchung auch abschnittsweise erfolgen, z.B. als separate Untersuchung der einzelnen Baugrundstücke?

In der Luftbildauswertung haben sich keine Hinweise auf Kampfmittel ergeben. Dennoch wurde bei Erdarbeiten mit erheblichen mechanischen Belastungen, wie Rammarbeiten und Pfahlgründungen eine Sicherheitsdetektion empfohlen. Warum wird diese Sicherheitsdetektion empfohlen?

Die Messdaten bei einer Sicherheitsdetektion sind nicht auswertbar. Wie geht es weiter?

Wie tief müssen Sicherheitsdetektionen ausgeführt werden?

 

Der staatliche Kampfmittelbeseitigungsdienst hat in seiner Luftbildauswertung eine Kampfmittelüberprüfung empfohlen. Muss diese Überprüfung zwingend durchgeführt werden?

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst stellt die Erkenntnisse zur Kampfmittelbelastung dar, die er in seinen Quellen (Luftbilder aus dem II. Weltkrieg, Dokumentation bisheriger Kampfmittelüberprüfungen) erkannt hat. Auf dieser Basis empfiehlt er die Überprüfungen, die geeignet sind, auf der gesamten Fläche den Kampfmittelverdacht auszuräumen. Dabei berücksichtigt er ausschließlich den Zustand des Geländes zum Zeitpunkt des Endes des II. Weltkrieges.

Ob diese Überprüfungen in vollem Umfang durchgeführt werden müssen, entscheidet die örtliche Ordnungsbehörde im Rahmen der Gefahrenabschätzung.

Dabei zieht sie in Betracht, ob und in welchem Umfang Erdeingriffe auf dem Grundstück durchgeführt werden. Darüber hinaus berücksichtigt sie auch weitere Aspekte, wie z.B. Geländeveränderungen seit dem Ende des II. Weltkrieges und die heutige Geländesituation (z.B. Bodenaustausch, Auskiesungen, Auffüllungen, etc.).

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Welche Kampfmitteluntersuchungen können auch bei bestehender Infrastruktur (z.B. bei geplanten Anbauten an bestehende Gebäude, Kanalerneuerungen, etc.) durchgeführt werden?

Die Untersuchungen zur Überprüfung eines Bombenblindgängerverdachtspunktes können auch bei bestehender Infrastruktur durchgeführt werden.

Die Untersuchungen im Rahmen der Sicherheitsdetektion (s. Merkblatt für Baugrundeingriffe) sind auch bei bestehender Infrastruktur möglich.

Alle anderen Untersuchungen (z.B. der zu überbauenden Fläche, von Schützenlöchern, Stellungen und Laufgräben) ist technisch nicht möglich.

Bei Untersuchungen bei bestehender Infrastruktur ist jedoch zu berücksichtigen, dass aufgrund der vorhandenen Infrastruktur ggf. Bereiche existieren können, in denen keine Aussage über die Existenz von Kampfmitteln getroffen werden kann.  Die bei der Detektion von Kampfmitteln eingesetzten geophysikalischen Messverfahren werden durch bestimmte Objekte/Bodenveränderungen (Bsp. Leitungen, Kanäle, Fundamente, Aufschüttungen) so stark beeinflusst, dass die dabei gewonnenen Messdaten nicht mehr auswertbar sind und  es nicht mehr möglich ist, Kampfmittel im Untergrund mit diesen Verfahren zu lokalisieren. 

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Gibt es eine Liste von in NRW zugelassenen Firmen für die Kampfmittelbeseitigung?

Nein. Kampfmittelüberprüfungen werden ausschließlich von der Bezirksregierung Düsseldorf beauftragt. Das Erstellen der Bohrungen für die Sicherheitsdetektion ist keine Kampfmittelüberprüfung sondern eine vorbereitende Maßnahme und wird daher nicht von der Bezirksregierung Düsseldorf beauftragt.

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Wer steckt einen VP (Bombenblindgängerverdachtspunkt) ab? Wer trägt die Kosten hierfür?

Das Abstecken von Verdachtspunkten ist eine vorbereitende Maßnahme, welche von der örtlichen Ordnungsbehörde, bzw. vom Grundstückseigentümer zu erledigen ist. Die örtliche Ordnungsbehörde entscheidet selbst, ob Sie diese Arbeiten selbst ausführt oder hierfür den Grundstückseigentümer als Störer in Anspruch nimmt.

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Untersuchung von Bebauungsplangebieten (bei flächenhaftem Kampfmittelverdacht-vermehrte Kampfhandlungen, Bombenabwurfgebiet, Erdkampfgebiet, diffuse Kampfmittelbelastung o.ä.): Ist es sinnvoll, die Gesamtfläche eines Bebauungsplangebietes vor der Erschließung zu untersuchen oder kann die Untersuchung auch abschnittsweise erfolgen, z.B. als separate Untersuchung der einzelnen Baugrundstücke?

Es ist sinnvoll, die Gesamtfläche zu untersuchen. Jede bereits errichtete Infrastruktur (z.B. Verkehrswege, Leitungen, Gebäude, Zäune, aber auch Grenzmarkierungen aus Basalt) schränken die Untersuchung ein. So ist im Nahbereich dieser Infrastruktur (im Abstand bis zu 5 m) eine Untersuchung der Fläche technisch nicht mehr möglich. Insofern werden bei einer abschnittweisen Untersuchung von Einzelflächen mit jedem bereits realisierten Bauvorhaben die Möglichkeiten, die verbliebenen unbebauten Flächen zu untersuchen, weiter eingeschränkt.

Vor dem Hintergrund, dass die Kampfmittelüberprüfung vorrangig dem Schutz der Bauarbeiten dient, sollten Bebauungsplangebiete daher großflächig vor der Durchführung von Bau- oder Erschließungsarbeiten untersucht werden.

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In der Luftbildauswertung haben sich keine Hinweise auf Kampfmittel ergeben. Dennoch wurde bei Erdarbeiten mit erheblichen mechanischen Belastungen, wie Rammarbeiten und Pfahlgründungen eine Sicherheitsdetektion empfohlen. Warum wird diese Sicherheitsdetektion empfohlen?

Die Luftbildauswertung hat technische Grenzen. Jedes Luftbild stellt eine Momentaufnahme dar. Es ist daher nicht möglich, alleine anhand der Luftbildauswertung auszuschließen, dass sich ein Bombenblindgänger im Erdboden befindet. Da bei den vorgenannten energiereichen Arbeiten zu befürchten ist, dass ein Bombenblindgänger detonieren könnte, wird diese zusätzliche Sicherheitsdetektion empfohlen.

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Die Messdaten bei einer Sicherheitsdetektion sind nicht auswertbar. Wie geht es weiter?

Sofern die Messdaten nicht auswertbar sind, so sind die Grenzen der Messtechnik, um Kampfmittel im Untergrund zu lokalisieren, erreicht.

Bei allen weiteren Maßnahmen zur Gefahrenminimierung handelt es sich um Maßnahmen des Arbeitsschutzes und nicht mehr um eine Kampfmittelüberprüfung.

Mögliche Maßnahme zur Gefahrenminimierung:

  • Kontaktbohrungen: Hierbei werden in einem engen Raster Bohrungen abgeteuft, mit dem Ziel mögliche Fremdkörper im Untergrund zu ertasten,
  • Aufgraben des nicht auswertbaren Tiefenbereichs,
  • Einsatz ferngesteuerter Arbeitsmaschinen,

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Wie tief müssen Sicherheitsdetektionen ausgeführt werden?

Das Gefährdungsband, in dem Kampfmittel liegen können beträgt bis zu 8 m unter Geländeoberkante zum Zeitpunkt des Kriegsendes (GOK 1945).

Die Sicherheitsdetektion trifft eine Aussage einen Meter über die Bohrtiefe hinaus. Insofern ist es ausreichend 7 Meter tiefe Bohrungen zu erstellen, sofern sich die GOK 1945 nicht verändert hat. Veränderungen der _GOK 1945 (Auffüllungen und Abgrabungen) müssen dementsprechend berücksichtigt werden.

Bei Baugrundeingriffen geringerer Tiefe reicht eine Sicherheitsdetektion bis zur Tiefe des Baugrundeingriffs aus. (Bsp. Pfahlgründung mit Tiefe 5 m  - Sicherheitsdetektion 5 m ).

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