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Planen und Bauen - Regionalentwicklung
 

 
 

05.10.2017

Energie und Klimawandel

Die Gefahren des sich abzeichnenden Klimawandels und die entsprechenden Ursachenzusammenhänge und Gefahren sind inzwischen hinlänglich bekannt. Dass die weltweit wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen allesamt in der jüngsten Vergangenheit liegen ist nur einer von vielen Belegen für die bereits stattfindenden Veränderungen des Weltklimas (vgl. IPCC, 4. Sachstandsbericht, Zusammenfassung für Entscheidungsträger, S. 5). Perspektivisch geht es aber keinesfalls nur um eine Zunahme der Weltmitteltemperaturen, sondern vor allem auch um eine Zunahme der Extremwettereignisse bis hin zu Katastrophen-Szenarien wie dem Ausbleiben des Golfstroms (Forschungsthema: „Kipp-Elemente“ des Weltklimasystems) und um Veränderungen agrarisch wichtiger Wetterlagen.

Dem Klimaschutz und dem entsprechenden weltweiten Umbau der Energiesysteme kommt daher eine sehr hohe Bedeutung zu. Deutschland trägt dabei eine besondere Verantwortung, denn die Pro-Kopf-CO2-Emissionen in Deutschland liegen mit ca. 10 Tonnen/Jahr sehr hoch. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 4,5 Tonnen und ein Mensch in Indien produziert im Schnitt z.B. nur 1,2 Tonnen CO2/Jahr (Daten für 2008). Gerade das Energieland NRW hat hier aber auch große ökonomische Chancen, denn die Schaffung zukunftsfähiger Energiestrukturen ist ein Milliardengeschäft mit wachsenden Umsätzen. Hier geht es insbesondere um Arbeitsplätze und die Finanzströme, die in die Energie produzierenden Regionen fließen. So belaufen sich z.B. alleine schon die Gewerbesteuereinnahmen eines Windparks mit zehn modernen 5 MW-Anlagen über die Laufzeit der Anlagen auf geschätzte 5 Millionen Euro (auf Basis von Prognos-Daten für eine Beispielregion).

Klar ist, dass für die Zukunft anstehende Investitionsentscheidungen z.B. in regenerative Energien, Leitungen, Speicher und ggf. Kraftwerke immer auch einen Raumbezug haben. Gleiches gilt für die Schaffung energiesparender Raum- und Verkehrsstrukturen. Daher ist die räumliche Planung auf allen Planungsebenen einer der Schlüsselakteure beim Umbau des Energiesystems. Sie muss dabei insb. ökonomische, ökologische und siedlungsstrukturelle Belange gegeneinander und untereinander abwägen und dem Klimaschutz im wahrsten Sinne des Wortes Raum verschaffen.

Viele dieser Raumnutzungsentscheidungen sind dabei auch „raumbedeutsam“ im Sinne des Raumordnungsgesetzes und durch die Raumordnung zu steuern. Der Regionalrat und die Regionalplanungsbehörde haben sich dementsprechend auch bereits intensiv mit der Thematik der Energieversorgung befasst. An dieser Stelle ist hier zunächst auf das Informationspapier "Energieversorgung, Raumordnung und ökonomische Chancen des Klimaschutzes für die Region" vom 12.04.2010 zu verweisen, dass anlässlich der damaligen Bestrebungen zur Novellierung von Vorgaben der Landesplanung erstellt wurde.


Aktueller und speziell auf die Regionalplanung ausgerichtet ist jedoch das Datenmosaik Nr. 26 "Möglichkeiten der regionalplanerischen Steuerung im Bereich Energieversorgung – Handlungsoptionen im Kontext regionalökonomischer Effekte und des Status quo des Energiesystems".
In diesem Papier werden für die einzelnen Energieversorgungsbereiche spezifische Ausgangsbedingungen sowie korrespondierende raumordnerische Handlungsoptionen dargelegt. Eingegangen wird aber auch darauf, welche ökonomischen Chancen im Themenfeld Energieversorgung und insb. im Bereich des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu verzeichnen sind.


Reine quantitative Grundlagendaten zu Standorten und Flächen von Energieanlagen in der Planungsregion des Regionalrates finden sich hingegen in dem Bericht „Rheinblick Regionalmonitoring Energie“ (Erhebung zum Stichtag 01.01.2011). Dieser Monitoringbericht wurde im Rahmen einer Energie-Schwerpunktsitzung des Planungsausschusses des Regionalrates (Bericht als PDF unter TOP 6 abrufbar) am 22.09.2011 vorgestellt und belegt z.B. in welchen Kommunen wo Kraftwerke, Windkraftanlagen etc. stehen. Er zeigt dabei zudem die derzeit hohe relative Bedeutung der hiesigen fossilen Strom- und Wärmeproduktion auf und die großen teilräumlichen Unterschiede in den bisherigen Beiträgen regenerativer Energien.

Zu erwähnen ist ferner, dass neben dem unmittelbaren Themenfeld Energieversorgung auch weitere Themenfelder der Raumordnung relevant sind für den Komplex Energie und Klimaschutz. So tragen Vorgaben zu kompakten Siedlungsstrukturen und zum Ausbau des ÖPNV zur Senkung des Energiebedarfs und damit auch zum Klimaschutz bei.


Weiterführende Informationen zu einzelnen Themen finden Sie hier:

•    Konventionelle Kraftwerke und fossile Energien
•    Regenerative Energienutzung allgemein
•    Windkraft
•    Bioenergie, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie
•    Klimaanpassung