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Planen und Bauen - Regionalentwicklung
 

 
 

05.10.2017

Konventionelle Kraftwerke, KWK und fossile Energien

Konventionelle Kraftwerke stehen derzeit stark im Fokus öffentlicher Diskussionen. Hintergrund ist, dass der Klimaschutz eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen erfordert. Gleichzeitig sind die bestehenden Kraftwerksanlagen in NRW zum Teil recht alt, so dass sich hier die Frage des etwaigen Ersatzes stellt. Vielerorts in NRW sind in jedem Fall neue Kohlekraftwerke in der Diskussion, die höhere Wirkungsgrade erreichen als die Altanlagen.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung geht in diesem Kontext in der Studie „100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050:
klimaverträglich, sicher, bezahlbar“
(SRU, 2010) aber z.B. davon aus, dass gar keine neuen Kohlekraftwerke – über die derzeit im Bau befindlichen hinaus – und auch keine deutlichen Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken mehr erforderlich sind und die regenerativen Energien 2050 vollständig die Stromversorgung abdecken können.

Dies deckt sich im Prinzip auch mit anderen aktuellen Studien, wie z.B. der Studie „Eine Vision für ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von Energieeffizienz und 100% erneuerbaren Energien" des bedeutenden ForschungsVerbundes Erneuerbare Energien (FVEE). Diese Studie zeigt, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung (Strom, Wärme und Kraftstoff) mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt.

Andererseits gibt es aber beispielsweise auch Überlegungen für konventionelle Kraftwerke die Möglichkeiten der CO2-Abscheidung weiter zu prüfen und ggf. anzuwenden. Hier bestehen neben technischen Fragen offene Fragen z.B. in Bezug auf Kosten und Risiken. Thematisiert wird ferner der Ausbau von Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die Strom und Wärme gleichzeitig nutzen. Dadurch können KWK-Anlagen noch einmal sehr viel höhere Wirkungsgrade erreichen, als moderne Kondensationskraftwerke und KWK-Anlagen produzieren so zumindest sehr viel weniger Treibhausgase, selbst wenn sie fossile Brennstoffe verwenden.

Relevant sind ferner regionalökonomische Fragen dahingehend, inwieweit regionale Vorkommen fossiler Rohstoffe verstromt werden sollen. Im Planungsraum spielt hier die Braunkohle eine große Rolle. Für die Braunkohlenplanung ist jedoch der Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln zuständig.

Hintergrundinformationen zum Thema der Standortfestlegung in Bezug auf Kraftwerke können in jedem Fall der 49. Änderung des Regionalplans entnommen werden.

Darüber hinaus wird die Thematik der Raumordnung im Bereich Kraftwerke aber auch im Informationspapier Energieversorgung, Raumordnung und ökonomische Chancen des Klimaschutzes für die Region“ vom 12.04.2010 und im aktuelleren Datenmosaik Nr. 26 „Möglichkeiten der regionalplanerischen Steuerung im Bereich Energieversorgung – Handlungsoptionen im Kontext regionalökonomischer Effekte und des Status quo des Energiesystems“ thematisiert.

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