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Planen und Bauen - Regionalentwicklung
 

 
 

05.10.2017

Regenerative Energienutzung allgemein

Die regenerativen Energien werden in der Zukunft stark an Bedeutung für unser Energiesystem zunehmen.
Bereits die Richtlinie 2009/28/EG der Europäischen Union verpflichtet Deutschland z.B., den Anteil von 5,8% erneuerbarer Energien im Jahr 2005 an der Endenergie im Jahr 2020 auf mindestens 18% zu erhöhen (Anhang 1 auf Seite 46). Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) des Bundes legt in § 1 Abs. 2 fest, dass erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020 mindestens einen Anteil von 30% an der Stromversorgung erreichen sollen und dass dieser Anteil danach kontinuierlich zu erhöhen ist.

Einen Überblick über den aktuellen Stand des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Raumordnungsregionen finden Sie in der Veröffentlichung „Genügend Raum für den Ausbau erneuerbarer Energien? (BBSR 2010, S. 5).

Langfristig geht die Tendenz in Richtung einer regenerativen Vollversorgung. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung geht in diesem Kontext in der Studie „100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar“ (SRU, 2010) z.B. davon aus, dass die regenerativen Energien 2050 vollständig die Stromversorgung abdecken können.

Dies deckt sich im Prinzip auch mit anderen aktuellen Studien, wie z.B. der StudieEine Vision für ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von Energieeffizienz und 100% erneuerbaren Energien des bedeutenden ForschungsVerbundes Erneuerbare Energien (FVEE). Diese Studie zeigt, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung (Strom, Wärme und Kraftstoff) mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt.

Auch die Bundesregierung setzt auf einen Ausbau erneuerbarer Energien. So sieht das „Energiekonzept – Neun Punkte für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ im Entwurf des BMWI und BMU vom 07.09.2010 unter anderem vor (Seite 5), dass erneuerbare Energien bis 2050 80% des bundesdeutschen Bruttostromverbrauchs abdecken (2030: 50%, 2040: 65%). Für den Bruttoendenergieverbrauch wird bis 2050 ein Anteil der Erneuerbaren von 60% als Zielmarke angegeben (2030: 30%; 2040: 45%). Im Kapitel zu erneuerbaren Energien (Seite 7) heißt es ferner:

„Auf der Basis der Ausbauziele bestehen die größten Herausforderungen:
•   im Ausbau der Windenergie (offshore- und onshore),
•   in der nachhaltigen Nutzung und Erzeugung von Bioenergie,
•   in einer stärkeren Nutzung der erneuerbaren Energien für die Erzeugung von Wärme und Kälte,
•   in der Sicherstellung eines kosteneffizienten Ausbaus,
•   in der stärker bedarfsgerechten Erzeugung und Nutzung der erneuerbaren Energien,
•   in einer besseren Integration der erneuerbaren Energien in die Energieversorgung.“

Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet dabei große ökonomische Chancen für die Region. Einem laufenden Forschungsvorhaben des BMU zufolge stieg die Zahl der dem Bereich der erneuerbaren Energien zuzurechnenden Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2009 auf über 300.000 bei einem Inlandsumsatz von rund 33 Milliarden Euro. Gegenüber 2004 mit rd. 160.500 Beschäftigten konnten in nur fünf Jahren etwa 140.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden (Kurzinfo Erneuerbare Energien, BMU; Zugriff am 22.02.2010). Zudem fließen in die Regionen, die erneuerbare Energien nutzen, in großem Umfang Gelder für die produzierte Energie und auch die kommunalen Haushalte profitieren davon stark. So belaufen sich z.B. alleine schon die Gewerbesteuereinnahmen eines Windparks mit zehn modernen 5 MW-Anlagen über die Laufzeit der Anlagen auf geschätzte 5 Millionen Euro (auf Basis von Prognos-Daten für eine Beispielregion). Systematisch untersucht hat diese und andere Themen die aktuelle Studie von IÖW und ZEE „Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“. Auch in NRW und speziell im Regierungsbezirk Düsseldorf spielen die regenerativen Energien im Industriebereich (Anlagenbau, Generatoren etc.) eine herausragende Rolle. Dies geht aus der weiteren Studie „Zur Lage der Regenerativen Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen 2008“ im Auftrag des MWME hervor.

Relevant ist natürlich auch die Frage nach der gesellschaftlichen Akzeptanz des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Daher sollen an dieser Stelle kurz entsprechende Umfrageergebnisse vorgestellt werden:

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland spricht sich für einen starken Ausbau der Erneuerbaren Energien aus. Die regelmäßige forsa-Umfrage zur Akzeptanz erneuerbarer Energien belegt 2009/2010 erstmals repräsentativ für jedes einzelne Bundesland die hohe gesellschaftliche Zustimmung zu regenerativer Energieerzeugung. Danach gaben – ähnlich wie im Bundesgebiet insgesamt – rund 79% der Befragten in NRW an, dass der Ausbau und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien „außerordentlich wichtig“ oder „sehr wichtig“ sind. Rund 17% fanden es wichtig, 2% „weniger wichtig“ und nur 1% „überhaupt nicht wichtig“. Rund 74% der Befragten in NRW gaben an, man sollte jetzt schon stark in den Ausbau der der erneuerbaren Energien investieren und die Nutzung herkömmlicher Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft immer stärker verringern (S. 14). Rund 71% der Befragten aus NRW sagten dabei sogar, dass sie in ihrer persönlichen Nachbarschaft Solarparks „sehr gut“ oder „gut“ finden würden (Nr. 1 und 2 auf einer Skala von 1 =sehr gut bis 5 =überhaupt nicht). Immerhin 54% sagten dies für Windenergieanlagen und 40% für Biomasseanlagen (Seite 7).

Einen Überblick über die verschiedenen technischen Optionen regenerativer Energieproduktion, über den Stand des jeweiligen Ausbaus und vor allem über die Potenziale finden Sie ferner in der Publikation „Erneuerbare Energien 2020 – Potenzialatlas Deutschland“. Diese wurde kostenfrei von der Agentur für Erneuerbare Energien herausgegeben, die vom Bundesumweltministerium und dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt wird.

Der Regionalrat hat sich schon mehrfach mit der Thematik erneuerbarer Energien und den entsprechenden großen Chancen für die Region beschäftigt. Hervorzuheben ist hierbei der Vortrag von Herrn Dr. Moser von deENet „Ökonomische Chancen und Möglichkeiten des Ausbaus Erneuerbarer Energien auf der regionalen Ebene am 15.09.2010 in Wuppertal. Diesen finden Sie als Video hier (QuickTime Player erforderlich) und die Vortragsfolien als PDF hier.

Nähere Informationen zu erneuerbaren Energien in NRW und speziell im Planungsraum des Regionalrates finden Sie ferner im Informationspapier Energieversorgung, Raumordnung und ökonomische Chancen des Klimaschutzes für die Region“ der Regionalplanungsbehörde vom 12.04.2010 und im aktuelleren Datenmosaik Nr. 26 „Möglichkeiten der regionalplanerischen Steuerung im Bereich Energieversorgung – Handlungsoptionen im Kontext regionalökonomischer Effekte und des Status quo des Energiesystems. Darin werden jeweils auch die raumordnerischen Möglichkeiten der Steuerung und der Unterstützung des Ausbaus erneuerbarer Energien beleuchtet, sowie die korrespondierenden ökonomischen Chancen für die Region.

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