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Planen und Bauen - Regionalplan
 

 
 

28.09.2000

14. Änderung des GEP 99 im Gebiet der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Rommerskirchen (Erweiterung des Kraftwerkstandortes Grevenbroich-Neurath)

Die RWE Rheinbraun AG betreibt im rheinischen Braunkohlenrevier zurzeit 5 Braunkohlen-Kraftwerke für die öffentliche Stromversorgung mit einer elektrischen Bruttoleistung von ca. 10.000 MW. Zwei Kraftwerke davon liegen im Regierungsbezirk Düsseldorf: Das Kraftwerk Frimmersdorf (2400 MW) und das Kraftwerk Neurath (2100 MW), beide in Grevenbroich.

Im Rahmen des mit der Landesregierung NRW im Jahre 1994 vereinbarten Kraftwerks-erneuerungsprogramms und angesichts des noch längerfristig prognostizierten Bedarfes an der Braunkohlenverstromung zur Versorgung der Bundesrepublik Deutschland mit Strom in der Grundlast sollen die bestehenden Kraftwerksanlagen nach und nach durch neue Kraftwerke mit verbesserten Technologien ersetzt werden.

Aufgrund der vorhandenen Transportwege der Braunkohle (Nord-Süd-Bahn und Bandanlagen) sowie der sonstigen Infrastruktureinrichtungen eignen sich dafür besonders die vorhandenen Kraftwerksstandorte Bergheim-Niederaußem (Regierungsbezirk Köln) und Grevenbroich-Neurath. Dabei spielt auch ihre Nähe zu den vorhandenen Tagebauen eine große Rolle.

Die RWE Rheinbraun AG hat deshalb beantragt, an diesen beiden Standorten für das Kraftwerkserneuerungsprogramm landesplanerische Flächenvorsorge zu betreiben. Am Kraftwerksstandort Grevenbroich-Neurath ist eine Vorhabensfläche von 120 ha vorgesehen. Die Flächengröße ist so bemessen, dass hierauf bis zu 4 neue Kraftwerksblöcke einschließlich der erforderlichen Infrastruktureinrichtungen errichtet werden können.

Mit der Darstellung der jeweiligen Vorhabensflächen in den Gebietsentwicklungsplänen wird noch keine Entscheidung darüber getroffen, welcher Standort in welcher Reihenfolge mit welchen Kraftwerksblöcken belegt werden wird. Für einen neuen BOA-Kraftwerksblock in Grevenbroich-Neurath soll bereits im Jahre 2003 das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden.

Der Kraftwerksstandort Grevenbroich-Neurath wird durch die Erweiterung langfristig gesichert, ebenso entsprechende Arbeitsplätze. Durch die Investitionen für den neuen Kraftwerksblock kommen weitere Arbeitsplätze während der Bauzeit hinzu.

Die beabsichtigte GEP-Änderung sieht in der zeichnerischen Darstellung eine Reduzierung des GIB für flächenintensive Großvorhaben um rd. 120 ha vor, die stattdessen als Erweiterung des GIB mit dem Symbol "Kraftwerke und einschlägige Nebenbetriebe" dargestellt werden. Die Räte der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Rommerskirchen haben dagegen keine Bedenken und dazu bereits entsprechende Beschlüsse gefasst. Außerdem soll innerhalb der GIB-Darstellung nördlich des Kraftwerkes ein 7 - 10 ha großes Gewerbegebiet von Grevenbroich und Rommerskirchen gemeinsam entwickelt werden. Geplant ist in Abstimmung mit der RWE Rheinbraun AG insbesondere die Bereitstellung von Flächen für Wartungs- und Zulieferbetriebe für das Kraftwerk.

Der Regionalrat für den Regierungsbezirk Düsseldorf hatte in seiner 7. Sitzung am 09.10.2002 die Erarbeitung der 14. GEP-Änderung beschlossen. Anlassbezogen wurde in der 9. Regionalratssitzung am 27.03.2003 eine Fristverlängerung für das Beteiligungsverfahren beschlossen. Ziel dieser GEP-Änderung ist die Umwandlung eines Teiles des GIB für flächenintensive Großvorhaben gemäß LEP in einen GIB für einen Kraftwerksneubau unter gleichzeitiger Erweiterung des Bereiches für gewerbliche und industrielle Nutzungen südlich der L375 um ca. 10 ha.

Nach Durchführung des Beteiligungsverfahrens wurde am 09.05.2003 ein Erörterungstermin gemäß § 15 Abs. 2 LPlG NRW durchgeführt. Lediglich mit zwei Beteiligten konnte kein Einvernehmen erzielt werden.

In seiner 10. Sitzung am 10.07.2003 hat der Regionalrat den Aufstellungsbeschluss zur 14. GEP-Änderung gefasst.

Mit Bekanntmachung der Genehmigung vom 22.08.2003 durch die Landesplanungsbehörde im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW ist die 14. GEP-Änderung am 12.09.2003 ein Ziel der Raumordnung geworden.

 Verfahrensablauf:

Erarbeitungsbeschluss: 09.10.2002 Karte
Erörterungstermin: 09.05.2003
Aufstellungsbeschluss: 10.07.2003 Karte
Genehmigung: 22.08.2003
Bekanntmachung: 12.09.2003 (GV.NRW 2003, Nr.42 Seite 521) Karte


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