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Pressemitteilung
 

 
 

31.01.2017

Lackschäden in Duisburg Alt-Homberg / Moers ohne eindeutigen Verursacher

Bezirksregierung Düsseldorf übergibt Unterlagen an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Ermittlung

Die behördliche Ursachenforschung zu den Mitte August in Duisburg Alt-Homberg und Moers aufgetretenen massiven Schäden an Autolacken und anderen Oberflächen ist weitgehend abgeschlossen.

Auf der Grundlage der bisherigen Erkenntnisse ist festzustellen, dass eine zweifelsfreie Zuordnung der niedergegangenen Eisen- und Schwefelpartikel zu einer bestimmten Firma (oder mehreren) zurzeit nicht möglich ist.

Bei der Bezirksregierung vorliegende Unterlagen wurden der zuständigen Staatsanwaltschaft für weitere Ermittlungen zur Verfügung gestellt. Dort waren zahlreiche Anzeigen betroffener Anwohner eingegangen. Das Ergebnis der dortigen Prüfung und ggf. weiterer Ermittlungen bleibt abzuwarten.

Aufgrund von Probenanalysen wurde festgestellt, dass eisenhaltige Partikel mit Schwefeldioxid und Wasser eine chemische Reaktion eingegangen sind, die besonders bei Fahrzeugen zu Schäden an der Lackierung geführt hat. Wie berichtet, machen sich diese Schäden in Form hellblauer Flecken und Schlieren bemerkbar; diese können nicht mittels Wagenwäsche beseitigt werden, sondern nur durch eine kostspielige Lackaufarbeitung.

Da das Element Eisen hier maßgeblich zur Schadensentstehung beigetragen hat, stand bei den Verursacherermittlungen zunächst die in Duisburg ansässige Stahlindustrie im Fokus. Trotz fortschrittlicher Filtertechnik ist die Herstellung von Stahl noch immer mit beträchtlichen Staubemissionen verbunden. Beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf der Basis von Anlagen- und Wetterdaten durchgeführte Modellrechnungen konnten jedoch keine eindeutige Zuordnung zu einem einzelnen Eisenemittenten liefern.

Überprüfungen der Bezirksregierung vor Ort ergaben zudem weder bei der Stahlindustrie noch bei Unternehmen, die mit Schwefel oder seinen Verbindungen in relevanten Mengen umgehen, Hinweise auf Betriebsstörungen im fraglichen Zeitraum. Auch verzeichneten die im Bereich Alt-Homberg und Umgebung gelegenen Messstellen keine Überschreitungen der geltenden Staubbegrenzungen.

Es ist nicht auszuschließen, dass eine besondere Wetterlage beim Auftreten dieser ungewöhnlich stark ausgeprägten Schadensbilder eine Rolle gespielt hat. Zudem haben klebrige Ausscheidungen von Insekten in Teilbereichen zu einer festen Anhaftung von Eisenpartikeln an Lackoberflächen geführt und damit den Ablauf der chemischen Reaktion begünstigt.