Hauptnavigation



 
Schule - Privatschulen, Weiterbildung, Kultur, Sport, Kirchensachen
 

 
 

09.04.2015

Modellprojekte

Modellprojekte und Initiativen im Rahmen der Bibliotheksförderung

I. Lernort Bibliothek“ – eine Initiative des Landes NRW (2009 ff.)
II. Projekt BIBNET und BIBNET-Onleihe im Kreis Mettmann
III.  Qualitätsmanagement-Verbund Öffentlicher Bibliotheken  
IV. Medienpartner Bibliothek und Schule

I. „Lernort Bibliothek“ – eine Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen (2009 ff.)

Die Initiative „Lernort Bibliothek“ ist zurzeit der wichtigste Förderschwerpunkt des Landes Nordrhein-Westfalen im Bibliotheksbereich.

Öffentlichen Bibliotheken sind anerkannte Bildungspartner für Schulen und Kindergärten. Ihre Rolle im Bereich des informellen bzw. lebenslangen Lernens ist dagegen nicht so klar umrissen. Individuell Lernende sind keine homogene Zielgruppe. Sie bestimmen wann, wo, was und wie sie lernen und worüber sie sich informieren wollen. Trotz der Vielschichtigkeit ihrer Interessen, kommen individuell Lernende mit spezifischen Anforderungen und Erwartungen in die Bibliothek.

Um zu untersuchen,  wie bestehende und neue Bibliotheksangebote zu gestalten sind, damit Öffentliche Bibliotheken informelle Lern- und Informationsprozesse zielgerichteter unterstützen können, initiierte das Land NRW das Pilotprojekt „Lernort Bibliothek – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Unter Federführung des Dezernates 48 Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierung Düsseldorf haben acht Bibliotheken (Bergheim, Dormagen, Gütersloh, Hattingen, Kamp-Lintfort, Köln, Münster, Rheinbach) 2009 ein Konzept für moderne Bibliotheksangebote erarbeitet. Im Mittelpunkt der Diskussion stand dabei die Frage, wie Bibliotheken ihr Angebot angesichts der sich verändernden Medienwelt zukunftsorientiert gestalten können.

Das Konzept können Sie hier herunterladen: „Lernort Bibliothek – Zukunftsvision und Entwicklungsperspektiven“.

Das Konzept bildete den Grundstein der Initiative „Lernort Bibliothek“. Seit 2010 werden 3 Handlungsfelder systematisch bearbeitet:

Handlungsfeld I: Der Lernort Bibliothek als „öffentlicher Raum“ (innenarchitektonische Aspekte)

Ebenso wichtig wie die Entwicklung von Online-Angeboten ist künftig die Funktion Öffentlicher Bibliotheken als realer Raum. Menschen wollen sich in der realen Welt begegnen, inspiriert werden, miteinander diskutieren und lernen.

Aus diesem Grund haben die acht Projektbibliotheken 2010 gemeinsam mit dem Architekturbüro Reich und Wamser GbR, Düsseldorf, Einrichtungsideen für eine anregende Lernumgebung entwickelt. „Q-thek – ein Konzept für Innovative Bibliotheksräume“ lautet der Titel der Broschüre, die nicht nur den ungewöhnlichen Namen und das Konzept, sondern auch das Möbelprogramm vorstellt. Das entworfene Mobiliar der „Q-thek“ wurde ausdrücklich für die Nachnutzung in Bibliotheken entwickelt. Das Land Nordrhein-Westfalen konnte die Einkaufszentrale für Bibliotheken GmbH, Reutlingen, als Partner gewinnen.

zurück zum Seitenanfang

Handlungsfeld II: Online-Angebote Öffentlicher Bibliotheken

Das Handlungsfeld „Online-Angebote“ stellt die Bibliotheken vor die größten Herausforderungen.

Rahmenbedingungen für erfolgreiche Online-Angebote

Die erfolgreiche Entwicklung von Online-Angeboten ist maßgeblich abhängig von den Rahmenbedingungen, unter denen Bibliotheken arbeiten. In einer Arbeitsgruppe, die durch Christoph Deeg, selbständiger Social-Media-Berater, Nannette Heyder, Hochschulbibliothekszentrum NRW und Simon Brenner, Fachhochschule Köln, unterstützt wurde, erarbeiteten die Lernort-Bibliotheken einen Empfehlungskatalog. „Lernort Bibliothek – auf dem Weg in eine digitale Zukunft“ lautet der Titel der Publikation, die im Juni 2011 veröffentlicht wurde. 44 Empfehlungen beschäftigen sich mit Personalentwicklung, Arbeitsorganisation, Online-Services und -Angeboten, Auskunftsdienst und technischer Ausstattung.

Download der Broschüre: Lernort Bibliothek - auf dem Weg in eine digitale Zukunft

Um die technischen Rahmenbedingungen zu verbessern, hat das Land Nordrhein-Westfalen 2013 das Förderprogramm Auf dem Weg in eine digitale Zukunft aufgelegt.

Verknüpfung digitaler und realer Angebote – Herausforderung besonderer Art

Öffentliche Bibliotheken wollen inspirierende Orte sein – sowohl in der realen wie auch in der digitalen Welt. Die Verknüpfung von Angeboten beider Welten macht Öffentliche Bibliotheken zu einzigartigen Orten. Erste Schritte auf diesem Weg ermöglicht das Projekt „Kataloganreicherung“.

24 Pilotbibliotheken bieten Ihren Kunden die Möglichkeit, Bibliotheksmedien zu rezensieren und zu bewerten. Katalogbesucher können sich außerdem durch Empfehlungen und Hinweise auf andere Medien im Bibliotheksbestand inspirieren lassen. Auf diese Weise wird der Katalog zur Entdeckungsreise durch das Medienangebot der Bibliothek. Und wer in Köln mit der Reise beginnt, begegnet auch Lesern aus Emmerich, Dinslaken oder Dortmund. Natürlich kann das neue Angebot von zu Hause aus entdeckt werden.

Aber auch im „realen Raum“ werden Kunden inspiriert, das Angebot mit zu gestalten. So haben 227 Schülerinnen und Schüler  im Rahmen des Sommerleseclubs der Stadtbibliothek Grevenbroich die neuen Funktionen des Katalogs genutzt, um anderen ihre Meinung über die gerade gelesenen Bücher mitzuteilen – direkt am Computer in der Bibliothek. Und zu Hause konnten sie ihren Eltern ihre Rezensionen präsentieren.  

Das Angebot ist seit März 2012 online. Mehr als 2000 Rezensionen im ersten halben Jahr sprechen für sich.

Ab 2014 öffnet das Land Nordrhein-Westfalen die Projektteilnahme allen förderfähigen öffentlichen Bibliotheken. Interessierte Bibliotheken finden weitere Informationen unter Förderprogramm „Kataloganreicherung“

Beispielkataloge (um die Anreicherungen sehen zu können, muss ein Medium gesucht und ausgewählt werden):

Welche Möglichkeiten sich eröffnen, digitale und reale Welt mit einander zu verknüpfen, zeigt die Stadtbibliothek Greven. Unter dem Motto „Kannst Du was – erklär es“ bietet sie 5-Minuten-Filme im Katalog an. Ob man wissen möchte, wie einem Hund die Zähne geputzt werden , oder wie man mit dem E-Book-Reader das E-Medien-Angebot der Bibliothek nutzen kann - Grevener Bürgerinnen und Bürger geben ihr Wissen in einem kurzen Video weiter.

zurück zum Seitenanfang

Handlungsfeld III: Personalqualifizierung

Wenn man davon ausgeht,

  • dass sich die Bereitstellung und die Ausleihe von Medien mit dem Angebot elektronischer Medien verändert und die Beratung der Bibliotheksbesucher in den Vordergrund rückt,
  • dass Bibliothekskunden auch von zu Hause auf das Bibliotheksangebot zugreifen möchten,
  • dass viele Kunden bereits mit einer eigenen Informationssammlung in die Bibliothek kommen und die Erstinformation über das Internet erfolgte,

dann muss das Bibliothekspersonal fit im Umgang mit Web 2.0-Tools, professioneller Internetrecherche, E-Book-Readern und anderen mobilen Endgeräten sein. Um dies zu erreichen, wird im Rahmen der Initiative „Lernort Bibliothek“ immer das gesamte Bibliotheksteam geschult.

2010 wurden die Teams der acht Pilotbibliotheken geschult. 2011erhielten 18 weitere Bibliotheken im Rahmen eines Partnerbibliotheksprogramms Teamschulungen. Dabei wurden sie von den „Lernort-Bibliotheken der „1. Generation“ tatkräftig unterstützt.  Während der Pilotphase 2010  stellte sich heraus, dass einmalige Schulungen alleine für die erfolgreiche Gestaltung von Online-Angeboten nicht ausreichen. Seit 2011 werden deshalb alle Bibliotheken im Anschluss an die Grundlagenschulungen im Rahmen eines Coaching-Programms begleitet.

Im Herbst 2012 wurde mit dem Pilotprojekt „Lernort Bibliothek - Web 2.0-Angebote und -Einsatz in kleinen Bibliotheken 2012 / 2013“ die dritte Phase des Qualifizierungsprogramms eingeleitet.  Zielgruppe sind Bibliotheksteams mit nicht mehr als vier hauptamtlichen Personalstellen. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die Integration der neuen Angebote ins Tagesgeschäft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Neugestaltung des Bibliotheksangebotes in der digitalen Welt ist. Aufgrund ihrer begrenzten Personalkapazität ist diese Aufgabe für kleine Bibliotheksteams besonders anspruchsvoll. Im Pilotprojekt wird untersucht, ob kleine Bibliotheken  Online-Angebote in Verbünden effektiv und auf Dauer etablieren können.

Nicht nur die Gestaltung eigener Web 2.0-Angebote ist für die Zukunft Öffentlicher Bibliotheken wichtig. Auch das „Deep Web“ hält Schätze bereit, die es zu entdecken gilt. Deshalb hat das Land Nordrhein-Westfalen das Qualifizierungsprogramm  „Recherchekompetenz im Internet“ aufgelegt. In der Zwischenzeit wurden 24 Bibliotheken geschult.

„Mobi Dig – mobil und digital in Öffentlichen Bibliotheken“ ist der Titel eines weiteren Qualifizierungsangebotes im Rahmen der Initiative „Lernort Bibliothek“. Öffentliche Bibliotheken müssen ihre Angebote künftig auch auf mobilen Endgeräten bereitstellen. Dies setzt einen kompetenten Umgang der Bibliotheksmitarbeiter mit Tablet-PCs, E-Readern u. ä. voraus. Um die Bibliotheken in NRW bei dieser Aufgabe zu unterstützen, haben die Dezernate 48.08 Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierungen in NRW einen „Selbst-Lern-Kurs“ zum Thema mobile Endgeräte erarbeitet. 2013 nehmen 51 Bibliotheken dieses Qualifizierungsangebot wahr. Weitere Informationen finden Sie unter Mobi Dig – mobil und digital in Öffentlichen Bibliotheken

Die Projektleitung der landesweiten Initiative liegt beim Dezernat 48 Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierung Düsseldorf.

Weitere Publikationen zur Initiative finden Sie hier.

zurück zum Seitenanfang

II.  Projekt BIBNET und BIBNET-Onleihe im Kreis Mettmann

2001 beschlossen die zehn kommunalen Öffentlichen Bibliotheken im Kreis Mettmann mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen einen gemeinsamen virtuellen Bibliothekskatalog zu realisieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Projekt Modellcharakter. Das Projekt ist der Grundstein für eine enge, dauerhafte Zusammenarbeit der 10 Bibliotheken geworden. Seitdem entwickeln sie ihre Online-Angebote im Verbund.

So entschieden sich neun Verbundbibliotheken 2008 ein digitales Medienangebot aufzubauen – ein wichtiger Baustein moderner und kundenorientierter Bibliotheks- und Medienarbeit. Auch dieses Projekt wurde mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert. Unter dem Namen BIBNET-Onleihe stehen den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Mettmann seit 2010 ca. 16.000 elektronische Bücher für die  Ausleihe zur Verfügung. Damit gehörten die Bibliotheken im Kreis Mettmann zu den Ersten in Deutschland, die ein E-Medienangebot eingeführt haben. Das Angebot wird ständig erweitert und aktualisiert.

Um das digitale Angebot noch stärker in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, erarbeiteten die Bibliotheken in einem zweijährigen Projekt ein Werbekonzept, an dem sich auch andere Bibliotheksverbünde orientieren können. Während dieser Zeit wurden verschiedene Werbemaßnahmen getestet und evaluiert. Bekanntheitsgrad und Nutzung der BIBNET-Onleihe haben sich aufgrund der Aktivitäten äußerst positiv entwickelt. Der Zwischen- und Abschlussbericht dieses Projektes kann hier abgerufen werden. Einen Radiospot zur BIBNET-Onleihe, der im Rahmen des Projektes von Studenten der FH Köln entwickelt wurde, kann unter Best Practice Beispiele abrufen werden.

zurück zum Seitenanfang

III.  Qualitätsmanagement-Verbund

2004 haben sich die Bibliotheken Dormagen, Erkrath, Leichlingen, Neuss und Wesel zu einem Qualitätsmanagement-Verbund zusammengeschlossen und wurden nach ISO 9001 vom TÜV Süd zertifiziert. Der Verbund hat über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus Aufmerksamkeit erregt. Die Stadtbibliotheken arbeiten bis heute kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Angebote. Informationen zum Verbund einschließlich praxisorientierter Arbeitsmaterialien wurden in der Zwischenzeit als DVD veröffentlicht. Diese kann bei der Stadtbibliothek Neuss, Neumarkt 10, 41460 Neuss, E-Mail: bibliothek@stadt.neuss.de zum Preis von 20 Euro angefordert werden. Außerdem steht das Dezernat 48 Öffentliche Bibliotheken, das bis Ende 2007 die Projektleitung innehatte, für Auskünfte zur Verfügung.

zurück zum Seitenanfang

IV.  Medienpartner Bibliothek und Schule

Im Rahmen des Projektes "Medienpartner Bibliothek und Schule" haben 38 Kommunen die Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule systematisch erprobt. Das Kulturministerium NRW hat das Projekt gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Die Projektleitung lag beim Dezernat 48 Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Ergebnisse dieses Projektes waren so vielversprechend, dass es in die landesweite Initiative "Bildungspartner Bibliothek und Schule" mündete und Vorbild für weitere Bildungspartnerschaften zwischen Schule und Museen, Musikschulen, Archiven,  Medienzentren und Volkshochschulen war.

zurück zum Seitenanfang

Zurück zur Übersicht