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Umweltschutz - Gentechnik
 

 
 

13.11.2018

Gentechnik bei der Bezirksregierung

55 Vertreter/innen der Vollzugsbehörden des Gentechnikrechts aus der gesamten Bundesrepublik  haben sich jetzt bei der Bezirksregierung Düsseldorf zu einem zweitägigen  Erfahrungsaustausch getroffen. Die Behördenvertreter treffen sich alle zwei Jahre mit wechselnden Gastgebern – diesmal in der NRW-Landeshauptstadt – um sich in Vorträgen und Workshops auszutauschen. Diesmal ging es unter anderem um aktuelle rechtliche Themen, Fragen zur technischen  Sicherheitsausstattung von gentechnischen Anlagen sowie die Entwicklung einer neuen, bundeslandübergreifenden Datenbank für alle entsprechenden  Anlagen in Deutschland.

In der Runde diskutierten u. a. auch die Molekularbiologinnen/Molekularbiologen und Bioverfahrenstechniker/Bioverfahrenstechnikerinnen der Bezirksregierung Düsseldorf mit. Die Behörde ist nämlich in zweifacher Hinsicht im Bereich Gentechnik tätig: Genehmigung und Kontrolle.

Für die Zulassung gentechnischer Anlagen bewertet die Bezirksregierung Düsseldorf gentechnische Arbeiten und legt erforderliche sicherheitstechnische Maßnahmen für die Anlagen fest. Die Zuständigkeit besteht für ganz Nordrhein-Westfalen.  In NRW gibt es derzeit rund 1.100 gentechnische Anlagen, davon etwa 270 im Regierungsbezirk Düsseldorf. Die darin durchgeführten Arbeiten umfassen diverse gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Hierbei handelt es sich meist um Mikroorganismen wie Bakterien und Viren, aber auch um Pflanzen und Tiere.

Unter einem  gentechnisch veränderten Organismus (GVO) versteht man einen Organismus, dessen genetisches Material („Erbgut“) in einer Weise verändert worden ist, wie es unter natürlichen Bedingungen nicht vorkommt.

Der Umgang mit GVO ist EU-weit geregelt und hierzulande als Gentechnikgesetz (GenTG) mit diversen Verordnungen in deutsches Recht überführt worden. Eigenen Gesetzen unterliegen Lebens- und Futtermittel sowie die Anwendung von GVO am Menschen. Der rechtliche Rahmen des GenTG soll die Forschung ermöglichen und gleichzeitig die Menschen und die Umwelt vor möglichen Gefahren schützen.

Für die Kontrolle von GVO im Regierungsbezirk Düsseldorf, sowohl in gentechnischen Anlagen als auch in der Umwelt, ist das Team der Gentechnik-Überwachung der Bezirksregierung Düsseldorf zuständig. Dieses prüft beispielsweise, ob alle Auflagen der Bescheide eingehalten werden, ob die gentechnischen Arbeiten noch von der Sicherheitsbewertung umfasst sind und nimmt ggf. auch Proben. So wurden im vorigen Jahr Petunien beprobt, da in großem Umfang gentechnisch veränderte Sorten ohne Zulassung auf den Markt gelangt waren.

In der Anwendung wird oft zwischen grüner, roter und weißer Gentechnik unterschieden. Diskutiert  wird  in der Öffentlichkeit meist über „grüne Gentechnik“, also gentechnisch veränderte Pflanzen. Die Herstellung von Arzneimitteln bzw. deren Wirkstoffe verdanken wir inzwischen oft der sogenannten  „roten Gentechnik“.  Bei der „weißen Gentechnik“  geht es darum, dass viele Zusatzstoffe wie beispielsweise Aromen, Vitamine, Süßstoffe und Geschmacksverstärker, mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Dasselbe gilt für  Enzyme, die in verschiedensten Industriezweigen, beispielsweise für Waschmittel, Kosmetik oder Papierproduktion, eingesetzt werden. Im fertigen Produkt ist der GVO, der für die Produktion verwendet wird, nicht mehr enthalten.

Was es ohne Gentechnik gar nicht gäbe, wäre das immense Wissen über lebende Zellen. In der Forschung der Lebenswissenschaften wird in den Laboren Gentechnik eingesetzt, um über die Funktionsweise von Zellen zu lernen.

Von Produkten, die direkt aus einem GVO bestehen, sind in der EU nur wenige zum Inverkehrbringen zugelassen. Freisetzungsversuche mit GVO nach GenTG werden derzeit in Deutschland nicht durchgeführt.