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Umweltschutz - Gewässerschutz
 

 
 

15.05.2017

Wasserversorgung - Das Kooperationsprinzip

In den letzten Jahrzehnten war durch Bemühungen um hohe Ernteerträge und aufgrund der Intensivierung in der Tierhaltung ein Anstieg der Stickstoffdüngung zu verzeichnen. Insbesondere durch die intensive Verwendung von Wirtschaftsdüngern zusammen mit der Verwendung von mineralischen Düngern stellten sich erhöhte Nitratausträge ein. Diese Stickstoffverbindung ist leicht wasserlöslich, was insbesondere in den Wintermonaten zu einer Auswaschung von Nitrat in das Grundwasser führt.

Ein gutes Beispiel für die Umsetzung des Gewässerschutzes sind die Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirten. Auslöser für ihre Gründung war das 12-Punkte-Programm, das gemeinsam mit der Landesregierung, den Vertretern der Wasserwirtschaft, der Landwirtschaft und des Gartenbaus vereinbart wurde. Inhaltlich verständigte man sich dort auf eine enge Zusammenarbeit in Fragen des Gewässerschutzes. Durch kooperatives Handeln auf verschiedenen Ebenen sollte die Zusammenarbeit zwischen Land- und Wasserwirtschaft mit dem Ziel der Verringerung der Einträge von Nährstoffen und Pflanzenbehandlungsmitteln in Gewässern gestärkt werden.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf existieren heute in fast allen Trinkwassereinzugsgebieten örtliche Kooperationen.

Die Kooperationen setzen vor allem auf die standortbezogene Beratung bei der Düngeplanung und bezüglich des Einsatzes von Pflanzenbehandlungsmitteln. Die Wasserversorger finanzieren die landwirtschaftlichen Berater sowie Maßnahmen, die dem Gewässerschutz dienen. Der Erfolg der Kooperationsarbeit hängt zum Einen davon ab, dass den Landwirten in ausreichender Zahl kompetente, bekannte Ansprechpartner sowohl bei den Landwirtschaftskammern als auch bei den Wasserversorgern zur Verfügung stehen. Weitere Grundbedingungen sind eine hinreichende finanzielle Mindestausstattung sowie konsequente Erfolgskontrolle und gegebenenfalls Anpassung der zu treffenden Maßnahmen.

Kooperation im Sinne des 12-Punkte-Programms

Das Sachgebiet Gewässerschutz im Dezernat 54 geht davon aus, dass eine funktionierende Kooperationsarbeit, die Landwirte zur Mitarbeit motiviert, große Fortschritte für den Gewässerschutz erzielen kann. Die in den vergangenen Jahren erlassenen Wasserschutzgebietsverordnungen enthalten daher eine Privilegierungsklausel für Kooperationen im Sinne des 12-Punkte-Programms (Vorrang der Kooperation). Die Mitglieder solcher Kooperationen sind von den besonderen Vorschriften der Verordnung zur Düngung und Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln befreit.

In Zukunft wird also weiterhin zu prüfen sein, ob der durch das 12-Punkte-Programm eingeschlagene Weg zu spürbaren Verringerungen der Nitrat- und Pflanzenschutzmittel Belastungen aus der Landwirtschaft in den Trinkwassereinzugsgebieten führt. Dies ist Aufgabe der nach dem 12-Punkte-Programm gegründeten Regionalen Arbeitsgemeinschaften unter der Federführung der Landwirtschaftskammer. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist Mitglied der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Niederrhein. Es ist aber auch Aufgabe der einzelnen Wasserversorger, für ihre Einzugsgebiete eine Erfolgskontrolle vorzunehmen und ggfls. ihre Maßnahmen im Rahmen der Kooperation zu intensivieren.

Bei alledem darf nicht übersehen werden, dass das Kooperationsprinzip Maßnahmen von Ordnungsbehörden nie vollständig ersetzen kann. Da das Kooperationsprinzip auf Freiwilligkeit beruht und auf konstruktive Mitarbeit angewiesen ist, müssen in jedem Fall Regelungen für diejenigen getroffen werden, die zur freiwilligen Mitarbeit nicht bereit sind. Dem wird durch entsprechende Regelungen in den Wasserschutzgebietsverordnungen Rechnung getragen.

Durch die Umsetzung der WRRL und der auf Grundlage der WRRL erlassenen Grundwasserverordnung ist auch in Gebieten ohne Trinkwassergewinnung ein Nitratwert von 50 mg/l einzuhalten, um den guten chemischen Zustand des Grundwassers zu erreichen. Dies stellt sich allerdings für den Regierungsbezirk Düsseldorf als problematisch dar, da in weiten Bereichen der Nitratwert von 50 mg/l im Grundwasser überschritten wird.