Hauptnavigation



 
Umweltschutz - Immisionsschutz
 

 
 

04.08.2014

Aktuelle Situation in Barrenstein

Vermehrte Beschwerden im Juni/Juli 2014

Nach einem Zeitraum von mehr als 18 Monaten mit nur sporadisch aufgetretenen Nachbarbeschwerden gab es im Juni/Juli 2014 wieder eine größere Anzahl von Geruchsbeschwerden.

In den zwischenzeitlich durchgeführten Nachbarschaftsdialogen am 16.05.2013, 10.10.2013 und 15.05.2014 wurden interessierten Bürgerinnen und Bürgern aktuelle Verbesserungen und Neuplanungen vorgestellt. Auch die Bezirksregierung Düsseldorf hat an diesen Terminen teilgenommen. Weitere Nachbarschaftsdialoge sind geplant.

Unter anderem konnte die neue Katalysatoranlage der Hydro Aluminium Rolled Products im Bereich der Glüherei besichtigt werden. Diese Anlage erforderte eine Investition von rund 10 Mio. € und dient hauptsächlich der Geruchsminderung.

Von der Aleris Recycling wurde ein Bündel von Maßnahmen zur Optimierung des Emissionsverhaltens mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Mio. € vorgestellt.

Die Nachbarschaftsdialoge waren durch kritische Fragen und lebhafte Diskussionen der anwesenden Nachbarn geprägt. Bei der Vorstellung des Projekts „Automobillinie 3“ der Hydro Aluminium Rolled Products waren auch Vertreter/-innen der Parteien CDU, SPD und FDP aus dem  Grevenbroicher Stadtrat vertreten.

Bei den nunmehr aufgetretenen Beschwerden ergeben sich teilweise zeitliche Überdeckungen mit ordnungsgemäß gemeldeten Betriebsstörungen. Allerdings scheinen die meteorologischen Randbedingungen (heiß, sehr hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Windgeschwindigkeit) hier eine die Belästigungen erheblich verstärkende Rolle zu spielen. Leider konnte nicht in allen Fällen die Ursache bzw. der Verursacher ermittelt werden. Im Falle einer Geruchsbeschwerde ist es sehr wichtig, dass die Beschwerde sehr zeitnah erfolgt und der Beschwerde so schnell wie möglich nachgegangen wird.

Für mindestens drei Ereignisse war die Firma Aleris Recycling verantwortlich. Dort hat es im Bereich einer Filteranlage Betriebsstörungen gegeben, die der Bezirksregierung Düsseldorf zeitnah gemeldet wurden. Des Weiteren gab es in der Nähe eines Ofens einen Schaden am Dach, der umgehend behoben wurde.

Unabhängig von den aufgetretenen Belästigungen liegen die Geruchsbelästigungen insgesamt allerdings sowohl in der Südstadt als auch in Allrath - nach den Vorgaben der Geruchsimmissionsrichtlinie - nach wie vor unter der Schwelle der Erheblichkeit.

Bei ähnlichen Ereignissen fordern wir die betroffenen Nachbarn daher erneut auf, wegen der Ortsnähe die Beschwerdehotline der Firmen (02181/66-2146) zu kontaktieren. Die Bezirksregierung Düsseldorf wird von den Firmen über sämtliche eingehenden Beschwerden informiert.

Vermehrte Beschwerden im September/Oktober 2012 (05. November 2012)

Ab Ende September ist es leider erneut zu vermehrten Geruchsbeschwerden gekommen. Insgesamt handelt es sich um fünf  bei der Firmenhotline und/oder der Bezirksregierung Düsseldorf gemeldete Beschwerden. Leider konnte nicht in allen Fällen die Ursache bzw. der Verursacher ermittelt werden. Im Falle einer Geruchsbeschwerde ist es sehr wichtig, dass der Beschwerde so schnell wie möglich nachgegangen wird. Bei ähnlichen Ereignissen fordern wir die betroffenen Nachbarn daher erneut auf, die Beschwerdehotline der Firmen (02181/66-2146) zu kontaktieren. In mindestens einem Fall hätten die Auswirkungen durch einen direkten Kontakt deutlich vermindert werden können, da es sich hier um menschliches Versagen gehandelt hat.

Für mindestens drei Ereignisse war die Firma Aleris Recycling verantwortlich. Dort hat es im Bereich Salzschlackenhandling und Krätzelagerung Betriebsstörungen gegeben, die auch der Bezirksregierung Düsseldorf ordnungsgemäß gemeldet wurden.

Das gemeldete Ereignis vom 20.10.2012 wurde nicht aus dem Bereich der Firmen auf dem ehemaligen Erftwerksgelände emittiert. Es kam nachweislich aus dem Bereich jenseits der Bahnlinie. Das zuständige Umweltamt des Kreises Neuss wurde um weitere Ermittlungen beim potentiellen Verursacher gebeten.

Nachbarschaftsdialog (04. April 2012)

Tokai Erftcarbon hat die neue Technologie am 29. März 2012 im Rahmen des Nachbarschaftsdialoges den interessierten Nachbarinnen und Nachbarn ausführlich erläutert und Vor-Ort vorgestellt. An dem Termin haben auch die Bezirksregierung Düsseldorf und der Rhein-Kreis Neuss teilgenommen.

Abluftreinigung bei Tokai Erftcarbon arbeitet einwandfrei (27. März 2012)

Die neue Abluftbehandlung, bestehend aus zwei elektrischen Gasreinigungen (EGR-Anlagen) und zwei nachgeschalteten regenerativen thermischen Oxidationsanlagen (RTO-Anlagen) läuft seit der Inbetriebnahme im November 2011 praktisch störungsfrei.

In den komplett erneuerten EGR-Anlagen werden staub- bzw. tröpfchenförmige Abgasbestandteile elektrisch aufgeladen und an Niederschlagselektroden abgeschieden. Weil diese bereits langjährig eingesetzte Technik nicht ausreicht, um die aktuellen Abgasgrenzwerte einzuhalten, erfolgt eine Nachbehandlung in den jeweils aus mehreren Brennkammern bestehenden RTO-Anlagen. Dabei werden gasförmige Abgasbestandteile durch Verbrennung eliminiert. Um den Erdgasverbrauch in Grenzen zu halten, wird das Prinzip der (Wärme-)Regeneration angewandt. Das heißt, dass durch taktweises Umschalten der Brennkammern die gespeicherte Wärmemenge zum Vorwärmen des Abgases genutzt wird.

Inzwischen liegt der Bezirksregierung das Ergebnisprotokoll einer Messstelle über die Emissionen der Anlage vor. Demnach werden die verschärften Anforderungen der aktuellen TA Luft deutlich unterschritten. Bereits bei einer früheren Messung wurde nachgewiesen, dass sich die Geruchssituation ebenfalls verbessert hat.

Eine weitere Verbesserung wurde dadurch erreicht, dass die Abgase der Brennöfen nur noch über einen Kamin geführt werden.

Neben den hohen Investitionskosten entstehen dem Betreiber durch die Maßnahmen auch erhebliche zusätzliche Betriebskosten durch die erforderliche Erdgasbefeuerung der beiden RTO-Anlagen.

Der Umbau und die Inbetriebnahme wurden intensiv behördlich überwacht; auch weiterhin findet mindestens einmal im Monat eine Vor-Ort-Überprüfung in einem der Betriebe des ehemaligen Erftwerkes statt. Parallel erfolgte von September 2011 bis Januar 2012 zu unterschiedlichen Zeiten zweimal pro Woche eine behördliche Überprüfung der Geruchswahrnehmung in der Umgebung der Werke. Die beschriebenen Maßnahmen haben zu einer deutlichen Verbesserung der Abgasbehandlung und somit auch zu einer Geruchsreduzierung geführt.

Änderungen an Zentraler Abwasseranlage führen zu Verringerung der Gerüche (09. Januar 2012)

Die Hydro Aluminium Rolled Products (HARP) teilte zum Jahresende 2011 mit, dass die genehmigten Änderungen der Zentralen Abwasseranlage (ZAA) umgesetzt wurden und die geänderte Anlage jetzt in Betrieb geht. Es handelt sich dabei um die Errichtung eines Gebäudes mit einem Prozesswasserspeicher und die erweiterte Aufbereitung der alkalischen Abwässer. Durch diese erweiterte Aufbereitung wird die Reinigungsleistung deutlich erhöht und gleichzeitig der Schlammanfall deutlich reduziert.

Dieser Schlamm sammelt sich in den offenen Becken im Bereich der Aluminiumstraße. In der Vergangenheit kam es beim Austragen und Pressen des Schlammes immer wieder zu Schwefelwasserstoffgerüchen (faule Eier). Diese Gerüche führten 2011 auch zu Nachbarbeschwerden. Auch in den Zeitungen wurde berichtet.

Durch die Inbetriebnahme der geänderten ZAA ist mit einer deutlichen Verringerung dieser Gerüche zu rechnen. Damit ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Geruchssituation, insbesondere in der Südstadt, getan. Weitere Schritte zur Verbesserung der Situation am Standort wurden von den Firmen am 24.11.2011 auf dem Nachbarschaftsdialog vorgestellt.

Nachbarschaftsdialog am 24.11.2011 (08. Dezember 2011)
Beim Nachbarschaftsdialog am 24.11.2011 in Grevenbroich wurden die Ergebnisse der einjährigen Geruchsbegehung im Umfeld des ehemaligen Erftwerks durch den Gutachter der Firma ANECO Institut für Umweltschutz vorgestellt. Allerdings liegt das Gutachten noch nicht abschließend vor. Danach sind fünf Flächen, drei in Barrenstein und zwei in Allrath mit anlagentypischen Gerüchen so stark belastet, dass die Immissionsrichtwerte der maßgeblichen Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) überschritten werden. Auf allen anderen Flächen, insbesondere in der Südstadt und in Wevelinghoven, werden die zulässigen Werte eingehalten.

Sobald das Gutachten in der abschließenden Fassung vorliegt, können Sie es an dieser Stelle einsehen.

Hauptverursacher der Geruchsbelastungen ist die Firma Hydro Aluminium Rolled Products (HARP) mit ihren Walzanlagen. Das war aus Sicht der Bezirksregierung in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten. Nun wird bewertet, welche einzelnen Geruchsquellen der Firma HARP relevant sind und wie ihr Sanierungspotential ist. Verantwortlich dafür ist die Firma HARP in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf. So soll z. B. die Abluft der Glüherei bis Ende 2012 mit einem Katalysator ausgerüstet werden um eine vollständigere Verbrennung der Abluft zu erreichen. Die Investitionskosten für diese Maßnahme betragen ca. eine Million Euro.

Die Firma Aleris wird die Hallendächer schließen, Hallenbereiche zur besseren Erfassung von Emissionen abtrennen und die Hauben an den Schmelzöfen optimieren. Außerdem werden die vorhandenen Filteranlagen ebenfalls optimiert und wirksamere Adsorbentien getestet. Auch hier wird bis zum Abschluss dieser Maßnahmen 2012 über eine Million Euro investiert.

Inbetriebnahme der neuen Abluftverbrennung bei Tokai
Zu einer deutlichen Verbesserung der Geruchssituation trägt die nunmehr abgeschlossene Altanlagensanierung bei der Firma Tokai Erftcarbon bei, deren Hauptgeruchsquellen seit dem 5. November 2011 – zunächst im Probebetrieb – komplett über eine zweistufige Abgasreinigung behandelt werden. Dies erforderte eine Investition von rund elf Millionen Euro.

Tokai Erftcarbon baut neue Abluftreinigung (11. August 2011)
Bei der Firma Tokai Erftcarbon laufen zur Zeit die Umbaumaßnahmen zur Verbesserung der Abluftreinigung. Diese Nachrüstung erfolgt aufgrund der erforderlichen Altanlagensanierung nach TA Luft aber auch aus Vorsorgegründen zur Verbesserung der Geruchssituation vor Ort.

Zum Einsatz kommt eine Verfahrenskombination aus regenerativer thermischer Oxidation (RTO) und elektrischer Gasreinigung (EGR). Die Arbeiten dauern bis Mitte Oktober 2011, dann kann der Probebetrieb beginnen. In der Zwischenzeit kann es durch die Abschaltung der vorhandenen RTO (die EGR’en werden weiter betrieben) zu einer erhöhten Geruchsbelästigung kommen. Wie die vorliegenden Unterlagen zeigen, werden jedoch die auf das Jahr 2011 bezogenen prognostizierten Emissionsfrachten die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten.

Der Umstellungsprozess wird von der Bezirksregierung Düsseldorf mit hoher Priorität begleitet; hierzu gehört auch insbesondere die Überwachung der Emissionen.

Mit dieser Maßnahme wird eine deutliche Verbesserung der Geruchssituation eintreten.