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Umweltschutz - Immissionsschutz
 

 
 

13.09.2016

Informationen zu Schäden in Duisburg Alt-Homberg und Moers

08.09.2016
Erste Untersuchungsergebnisse liegen vor

Mitte August 2016 traten verschiedene Schäden, insbesondere Lackschäden an Autos, verbunden mit Verunreinigungen durch Staub und eine klebrige Substanz, in Duisburg und Moers auf. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Essen hat am 24. August 2016 vor Ort Proben entnommen und am 29. August 2016 erste Ergebnisse für die Untersuchung der Schäden an Fahrzeuglackierungen, Kunststoffoberflächen, Fensterscheiben oder Wintergärten vorgestellt. Das LANUV sieht Eisenpartikel als Grund der Schädigungen.

Die Bezirksregierung Düsseldorf und die Stadt Duisburg suchen weiterhin mit Unterstützung des LANUV nach den möglichen Emittenten, die als Verursacher der Schädigungen identifiziert werden können. Diese Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Über 300 Bürgerinnen und Bürger aus Duisburg Alt-Homberg und Moers meldeten sich in der gesamten letzten Woche bei den Polizeibehörden, der Stadt Duisburg, dem Kreis Wesel und der Bezirksregierung Düsseldorf und beklagten einen deutlich sichtbaren Partikelniederschlag, verbunden mit sichtbaren Schäden.

Nach Einschätzung des LANUV können die festgestellten Eisenpartikel mit der Feuchte und den sauren Bestandteilen der Luft (Schwefeldioxid) reagieren und bei diesem Prozess, der über mehrere Tage erfolgt, unter anderem den Lack von Fahrzeugen schädigen. Der vorhandene starke morgendliche Tau hat dabei für einen Rostungsprozess die erforderliche Feuchte geliefert. Schwefeldioxid ist ebenfalls an einem industriell geprägten Standort üblicherweise vorhanden.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass die untersuchten Fahrzeuge deutlich durch Honigtau, einem Ausscheidungsprodukt von Blattläusen und anderen saugenden Insekten, verschmutzt waren. Das zuckerhaltige Material wirkt dabei wie ein Klebefilm und sorgt für ein besonders gutes Anhaften von Partikeln.

In Folge des aufgetretenen Korrosionsprozesses können sich beispielsweise bei 2-Schicht-Lackierungen die Schichten voneinander lösen, dies kann zu Effekten führen, die vor allem bei dunklen Lackierungen als bläulich schimmernde Flecken erscheinen.

Da der Schädigungsprozess wahrscheinlich über mehrere Tage erfolgte und sich die Schadensmeldungen ebenfalls über die ganze letzte Woche hinzogen, kann man den Zeitpunkt der Beaufschlagung nicht exakt bestimmen.

Für den möglichen Zeitraum wurden unter anderem Windrichtungsdaten systematisch aufbereitet. Für den 15. auf den 16. August 2016 findet man dabei recht konstante Windrichtungen aus Nordosten. Erst in dem Zeitraum zwischen dem 16. August 2016 um 11:00 Uhr und dem 17. August 2016 nach 08:00 Uhr war eine weitere Drehung des Windes auf Richtungen aus Osten festzustellen. Dies hielt bis zum 19. August 2016 an. Am Wochenende drehte dann der Wind auf süd-südwestliche Richtungen.

13.09.2016
Weitere Ermittlungen

Die Bezirksregierung Düsseldorf ist zwischenzeitlich Hinweisen auf Staubfreisetzungen (auch aus der Bevölkerung) nachgegangen und arbeitet dabei eng mit der Polizei zusammen. Leider war es bisher nicht möglich, einen konkreten Verursacher zu ermitteln. Auch die Analyse der Staubniederschläge konnte keine näheren Anhaltspunkte geben, weil die gefundenen Inhaltsstoffe – es handelte sich vor allem um Eisenpartikel – nicht typisch für einen bestimmten Betrieb sind und hierdurch keine eindeutige Emissionsquelle bestimmt werden kann.

Daher wird geprüft, inwieweit eine EDV-gestützte Simulation der Staubausbreitung ausgehend von den bedeutendsten Staubquellen, insbesondere denen der Stahlindustrie, unter Berücksichtigung der vorherrschenden Wetterdaten im fraglichen Zeitraum eine Eingrenzung der Emittenten zulässt. Das Verfahren ist wegen der Vielzahl der zu berücksichtigenden Parameter aufwändig und wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Sollten die Berechnungen geeignete Ansatzpunkte liefern, würden gezielt weitere Nachforschungen an den jeweiligen Anlagen eingeleitet.