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03.07.2017

Anerkennung der Berufsbezeichnung "Ingenieur / Ingenieurin"

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ durch gesetzliche Regelungen der Bundesländer geschützt. Die Führung der Berufsbezeichnung ist eine Form der Berufsausübung und setzt den erfolgreichen Abschluss eines naturwissenschaftlichen oder technischen Hochschulstudiums voraus.

Nach dem Ingenieurgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (IngG NRW) darf die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen, wer in Deutschland ein naturwissenschaftliches oder technisches Hochschulstudium mit der Dauer von mindestens drei Studienjahren erfolgreich absolviert hat.

Wer im Ausland einen Studienabschluss als Ingenieurin oder als Ingenieur erworben oder eine Ingenieurausbildung absolviert hat, darf die Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen, wenn er von der zuständigen Bezirksregierung die Genehmigung hierzu erhalten hat. Die Genehmigung wird erteilt, wenn die im Ausland erworbene berufliche Qualifikation einem deutschen Ingenieurabschluss gleichwertig ist.

Der Antrag auf Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung "Ingenieur/Ingenieurin" ist im Land Nordrhein-Westfalen schriftlich bei der für den Wohnort zuständigen Bezirksregierung zu stellen. Ist dieser nicht gegeben, ist der Antrag bei der Bezirksregierung zu stellen, in deren Zuständigkeitsbereich sich der Sitz des Arbeitgebers befindet.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Identitätsnachweis (Kopie des Ausweises)
  • tabellarischer Lebenslauf mit genauen Angaben über den Ablauf Ihres Bildungsganges (Schulbesuchszeiten, Studienzeiten) sowie Angaben zur Staatsangehörigkeit
  • Fotokopie der Heiratsurkunde bei Namensänderungen (bei fremdsprachigen Urkunden ist auch eine deutsche Übersetzung vorzulegen)
  • beglaubigte Fotokopie des ausländischen Originaldiploms oder Abschlusszeugnisses;
  • beglaubigte Fotokopie der Übersetzung des Diploms oder Zeugnisses;
  • beglaubigte Fotokopie des Notenspiegels (Index) zum Diplom/Zeugnis;
  • beglaubigte Fotokopie der Übersetzung des Notenspiegels (Index) zum Diplom/Zeugnis ins Deutsche.

Sofern bereits eine Zeugnisbewertung durch die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) vorgenommen worden ist, kann diese zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Daher wird empfohlen, eine Kopie der gesamten Zeugnisbewertung den Antragsunterlagen beizufügen.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Übersetzungen in die deutsche Sprache (Schrift) ausschließlich von Übersetzerinnen bzw. Übersetzern zu erstellen sind, die in der Bundesrepublik Deutschland durch die Oberlandesgerichte zugelassen sind. Weitere Informationen über die allgemein beeidigten, öffentlich bestellten bzw. allgemein ermächtigten Übersetzerinnen und Übersetzer erhalten Sie unter dem folgenden Link: www.justiz-dolmetscher.de.

Beglaubigungen erhalten Sie bei Ihrer Stadtverwaltung oder bei einem Notar.

Für die Genehmigung ist grundsätzlich eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 200,00 Euro zu entrichten. Wenn Sie Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld I oder II) beziehen, kann die Gebühr ermäßigt werden. Zum Nachweis des Leistungsbezuges bitten wir um Vorlage einer Fotokopie des aktuellen Leistungsbescheides

Darüber hinaus führen wir Ordnungswidrigkeitenverfahren durch, wenn sich jemand „Ingenieurin“ oder „Ingenieur“ nennt, ohne die erforderliche Berechtigung hierzu zu haben.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass unsere Genehmigung nicht dazu berechtigt, den deutschen akademischen Grad „Diplom-Ingenieurin“ oder „Diplom-Ingenieur“ zu führen. Zur Führung im Ausland erworbener akademischer Grade erhalten Sie beim Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf nähere Informationen.