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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

25.01.2016

Unterbringung von Flüchtlingen

Eine besondere Herausforderung

Im Jahr 2015 suchten viele Menschen bei uns Schutz und Unterstützung bei der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Das stellt Deutschland vor eine große Herausforderung, eine seit den 90er Jahren nicht mehr in diesem Ausmaß dagewesene Anzahl ankommender, geflüchteter Menschen ein Dach über dem Kopf zubieten. Die Entwicklung über das Jahr hinweg war dabei von fast stetig steigenden Zugangszahlen geprägt.

Die geflüchteten Menschen wurden zunächst in Einrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen untergebracht, bevor sie in Unterkünfte in Städten und Gemeinden verteilt werden konnten. Umstrukturierungen der Verwaltung waren erforderlich, um den kurzfristigen Bedürfnissen der geflüchteten Menschen so schnell wie möglich gerecht werden zu können. Dadurch wurde die staatliche Verwaltung in hohem Maße gefordert.  

Verschiedene Zeitpunkte im Jahr 2015 waren dabei besonders herausfordernd für die Bezirksregierung Düsseldorf: An Altweiber wurde der Bezirksregierung Düsseldorf erstmals vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westalen die Zuständigkeit für die Errichtung und den Betrieb von neuen Notunterkünften im Regierungsbezirk Düsseldorf für Flüchtlinge übertragen. Notunterkünfte werden benötigt, wenn die Regelunterküfte des Landes keine Kapazitäten mehr haben. Obwohl sich die fünfte Jahreszeit in vollem Gange befand, konnte die Situation mit großem Einsatz – insbesondere auch vieler freiwilliger und ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vor Ort – gemeistert und die akut drohende Obdachlosigkeit geflüchteter Menschen verhindert werden.

Nachdem der Sommer keinen signifikanten Rückgang der Zugangszahlen mit sich gebracht hatte, spitzte sich die Lage im Herbst erneut zu. Mit täglichen Zugangszahlen konfrontiert, wie sie vorher nur im Verlauf einer ganzen Woche registriert wurden, musste der Krisenstab der Bezirksregierung Düsseldorf aktiviert werden, um der Situation Herr werden zu können. In diesem Zusammenhang wurde es zudem nötig, die Unterstützung weiterer Verwaltungsebenen einzufordern. So wurden im Verlauf des Herbstes viele Städte, Gemeinden und Kreise im Regierungsbezirk Düsseldorf um Amtshilfe gebeten. Durch die große Anstrengung der Gebietskörperschaften konnte erneut den geflüchteten Menschen ein Obdach angeboten werden.

Bis zum Jahresende konnten mehr als 16.000 Plätze in Notunterkünften im Regierungsbezirk Düsseldorf geschaffen werden. Zudem wird an der Entwicklung von fünf Standorten mit Leichtbauhallen als Landesnotunterkünfte für bis zu 5.000 Menschen gearbeitet.

Parallel kümmert sich die Bezirksregierung Düsseldorf auch um die Errichtung einer zweistelligen Anzahl von neuen Regelunterkünften des Landes. Dabei werden Objekte begutachtet, Mietverträge verhandelt, sowie Bau- und Umbaumaßnahmen gestaltet und begleitet. Die überwiegende Zahl dieser Projekte wurde bereits abgeschlossen bzw. soll im Jahr 2016 vollständig abgeschlossen werden. So werden Kapazitäten geschaffen, um mehr als 10.000 schutzbedürftige Menschen unterzubringen.
 
Gleichzeitig wurde die Organisation im Land Nordrhein-Westfalen und in der Bezirksregierung neu geordnet. Nachdem die Aufgaben der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern über einen langen Zeitraum hinweg zentral als vor Ort Zuständigkeit durch die Bezirksregierung Arnsberg wahrgenommen wurde, begann im Jahr 2015 die beschriebene Regionalisierung der Aufgabe. Neben der Bewältigung der tagtäglichen Aufgaben standen somit auch die Schaffung neuer Organisationsstrukturen, die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Kennenlernen immer neuer Aufgaben an. Im Oktober 2015 konnte ein neues Dezernat in der Bezirksregierung Düsseldorf an den Start gehen. Das Dezernat 20, das die Aufgabe der Flüchtlingunterbringung nun wahrnimmt.

Trotz aller Widrigkeiten und temporärer Rückschläge wurde die enorme Herausforderung vor die unser Land, die Gesellschaft und auch die Verwaltung im Jahr 2015 gestellt wurde, insgesamt sehr gut gemeistert. Möglich war es nur durch die gemeinsame Anstrengung der verschiedenen Ebenen der Verwaltung und den oftmals hohen persönlichen Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Unterbringung der geflüchteten Menschen wurde aber auch vor Ort ganz überwiegend durch unglaublich interessierte und hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger, ehrenamtliches und freiwilliges Engagement und die Betreuungsunternehmen begleitet. Auf diese Leistung können wir mit Stolz und Dank zurückblicken. Eine so große Aufgabe kann nur gemeinsam gemeistert werden!

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Verfasser: Moritz Günnel

Übersicht 2015