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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

25.01.2016

Initiative „Will-Kommen!“

Erstbegegnung mit der deutschen Sprache durch Lehrkräfte im Ehrenamt für Flüchtlinge

Im November 2014 entstand die Idee zur Initiative „Will-Kommen!“ in der Schulabteilung der Bezirksregierung Düsseldorf.

Das Ziel der Initiative „Will-Kommen“ besteht darin, bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) und Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) Flüchtlingskindern und Jugendlichen eine frühzeitige Begegnung mit der deutschen Sprache zu ermöglichen. Solange Flüchtlinge in diesen Einrichtungen des Landes verweilen und noch nicht einer Kommune zugeordnet sind, unterliegen sie nach dem Gesetzt nicht der Schulpflicht und werden dementsprechend nicht an öffentlichen Schulen beschult. Dadurch haben sie keinen Zugang zum Erwerb der deutschen Sprache. Die Absicht besteht darin, eine niederschwellige Sprachbegegnung anzubieten, die nicht den Anforderungen zur Erfüllung von Schulpflicht genügen sollte, aber eine spätere Einbindung in das schulische Lernen erleichtern kann.

Daher hat Regierungspräsidentin Anne Lütkes alle aktiven und pensionierten Lehrerinnen und Lehrer aufgerufen, an der Initiative „Will-Kommen!“ teilzunehmen und sich ehrenamtlich für Flüchtlingskinder und Jugendliche zu engagieren.

Die Resonanz war überwältigend und so fanden sich im Februar 2015 am ersten Informations- und Schulungstag an die 150 Interessierte ein. Sie wurden herzlich von Regierungspräsidentin Anne Lütkes begrüßt und durch Abteilungsdirektor Thomas Hartmann sowie Hauptdezernentin Martina Nußbaum (Lehreraus- und –fortbildung) in die Idee der Initiative eingeführt.

Auch fachlichen Input erhielten die künftigen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler an diesem Tag: Prof. Dr. David Zimmermann (Leibniz Universität Hannover) führte Grundlegendes aus dem Bereich der Traumapädagogik im Rahmen seines Vortrags „Ein sicherer Ort für junge Flüchtlinge“ aus. Eva Schmidt (Universität Duisburg-Essen) erörterte den Themenbereich „Erstbegegnung mit der deutschen Sprache“.

Die Initiative startete in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) der Städte  Duisburg, Essen, Neuss und Willich. Die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler erwartete ein äußerst dynamisches Tätigkeitsfeld, dem sie mit hohem Engagement, Geduld und Einfallsreichtum begegneten. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen die Sprachangebote, zum Beispiel zu Themenfeldern wie „Farben“, „Lebensmittel“ oder „Begrüßungen“, dankbar an. Durch weitere vielfältige gemeinsame Aktivitäten, die auch Interessen und Kenntnisse der Flüchtlinge (z.B. in den Bereichen Mathematik, Kunst oder Musik) aufgreifen, wird über das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen die Grundlage für den ersten Spracherwerb gebildet.

Allen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern gilt ein großer Dank!

Verfasserin: Natalie Schick

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