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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

25.01.2016

Sichere Schutzausrüstungen?

Marktüberwachung auf der A+A 2015 in Düsseldorf

Alle 2 Jahre öffnet auf dem Messegelände in Düsseldorf die weltweit größte Fachmesse zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit "A+A" ihre Pforten. Im Jahr 2015 war es im Oktober soweit. 1.880 Aussteller aus 57 Nationen präsentieren auf diesem internationalen Fachtreffen ihre Produkte aus dem Bereich der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und möchten natürlich möglichst viele Verträge abschließen.

Zur breiten Angebotspalette persönlicher Schutzausrüstungen gehören Produkte wie Arbeitskleidung, Handschuhe, Brillen, Schuhe, Atemschutzmasken, Sicherheitsgeschirre und viele Weitere mehr. Nicht nur Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz profitieren von sicheren Produkten zum Schutz ihrer Gesundheit, auch im Privatbereich kommen persönliche Schutzausrüstungen zum Einsatz. Damit sie halten, was sie versprechen, macht das europäische Recht Vorgaben zur Sicherheit, zu Informationen über den richtigen Gebrauch und zur Pflege der PSA, zu Prüfzertifikaten sowie natürlich zu technischen Anforderungen an das Produkt.

Die Einhaltung der Vorgaben überprüft das Dezernat 55 der Bezirksregierung Düsseldorf als Marktüberwachungsbehörde im Bereich des Produktsicherheitsgesetzes, und zwar nicht nur im Handel und bei Herstellern, sondern auch bei Ausstellern. Deshalb waren MItarbeiter und Mitarbeiterinnen des Dezernates 55 wieder vor Ort, auch Regierungsvizepräsident Roland Schlapka machte sich an einem Messetag persönlich ein Bild von der Arbeit der Messekommissionen der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Marktüberwachung kann hier gleich an der Quelle der Bereitstellung darauf hinwirken, dass keine mangelhaften Produkte auf den europäischen Markt gelangen - zum Schutz der Arbeitnehmer und Verbraucher vor unsicheren Billigprodukten und der vorschriftentreuen Hersteller vor unlauterem Wettbewerb.

Berichterstattung von der Messe: "Wir befinden uns auf dieser turbulenten Messe mit unzähligen Ausstellern und Produkten, tatsächlich an der PSA-„Quelle“. Hier sind z.B. auf dem winzigen Stand eines chinesischen Ausstellers genau die Schutzhandschuhe (noch unverpackt und nicht gekennzeichnet) für den Hausgebrauch zu finden, die demnächst bei einem der großen Discounter als Angebotsware zu kaufen sein könnten. Noch einmal tief durchatmen und los geht’s: Good morning. My name is ... This is … We represent the district government of Düsseldorf. Our job is to supervise if the personal protective equipment shown here confirms to the European PPE-directive … Could you please show us the type examination and the declaration of conformity for this protective glove."

An drei Messetagen kontrollierten auf diese Art und Weise vier Messekommissionen der Bezirksregierung Düsseldorf die ausgestellten persönlichen Schutzausrüstungen. Es wurden insgesamt 200 Produkte von 130 Ausstellern einer Sichtprüfung unterzogen. Im Vordergrund standen auf der Messe überprüfbare Aspekte, wie z. B. die CE-Kennzeichnung als Bestätigung des Herstellers, dass die Sicherheitsanforderungen erfüllt sind, Informationen, Prüfzertifikate und natürlich offensichtliche technische Mängel. Bei 64 Ausstellern wurden dabei Produkte beanstandet. Bei 57 Ausstellern waren die Mängel so gravierend, dass die ausgestellten Produkte als „nicht verkehrsfähig innerhalb der Europäischen Gemeinschaft“ bewertet werden mussten. Die Messekommissionen veranlassten hier, dass die Aussteller diese Produkte durch einen deutlichen Hinweis, z.B. in Form eines Hinweisschildes kennzeichneten, welches für die Standbesucher diesen Sachverhalt deutlich erkennbar macht. In fünf Fällen bevorzugten die Aussteller ihre nicht verkehrsfähigen Produkte vom Messestand zu entfernen.


Berichterstattung von der Messe am Ende der 3 Tage: "Am Ende des dritten Tages glauben wir, jede(n) Handschuh, Schutzschuh, Schutzbrille hundert Mal gesehen zu haben. Stände, Standpersonal, Produkte werden immer ähnlicher. China, Pakistan, Indien, Bangladesh. Immer wieder dieselbe Botschaft, immer wieder erstaunte bis verärgerte Aussteller. Die anfangs längeren Erläuterungen der Rechtslage werden knapper, der Ton bestimmter, die Geduld gegenüber Uneinsichtigen nimmt ab. Wenn dann Hinweisschilder einfach entfernt werden, wird die Messeleitung zwecks Abmahnung der betreffenden Aussteller eingeschaltet. Aber wir werden auch positiv überrascht, wenn bei einem größeren chinesischen Aussteller entgegen unserer Erwartung ganz stolz doch alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt werden können!"

Die Messeleitung der Messe Düsseldorf unterstützte wie gewohnt die Arbeit der Marktaufsicht. Sie hat selber ein großes Interesse daran, dass am Messestandort Düsseldorf nur sichere Produkte ausgestellt werden und ein hohes Qualitätsniveau gehalten wird. So stellte sie nicht nur Räumlichkeiten für das „Messebüro“ zur Verfügung, sondern  informierte auch die Aussteller bereits bei ihrer Anmeldung zur  Messe über die rechtlichen Rahmenbedingungen und mahnte diese im Falle von Beanstandungen der Messekommission noch am selben Messetag schriftlich, diese Verhaltensweise unter Androhung von Konsequenzen, die bis zum Ausschluss zur Teilnahme an weiteren Messen führen kann, zu unterlassen.

Verfasser: Dr. Edith Jorg und Elmar Lücking

Übersicht 2015