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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

25.01.2016

Blankenstein - Alte Schleuse im neuen Glanz

Verfall und neue Nutzungsmöglichkeiten geben Anstoß für einmaliges Projekt an der Ruhr

An der alten Schleuse Blankenstein erfolgt im Rahmen der erforderlichen Sanierung ein Lückenschluss der Bootsgassenkette zwischen Harkot- und Baldeneysee. 

Im Ergebnis soll die Schleuse saniert und so umgebaut werden, dass sie von Ruderern, Kanuten, etc. im Handbetrieb bedient werden kann. Die besondere Herausforderung liegt dabei darin, bauliche Belange, die des Denkmalschutzes und die der zukünftigen Nutzung, in Einklang zu bringen. Erhalten, sanieren und Neues baulich abgrenzen sind die Stichworte, die die Arbeiten dominieren.

Im Grenzgebiet zwischen Bochum und Hattingen befindet sich die Staustufe Blankenstein mit der historischen Schleuse. Die Bezirksregierung Düsseldorf, die dort die Gewässer- und Anlagenunterhaltung an der Ruhr als Sonderaufgabe wahrnimmt, hat im Rahmen einer Revision massive Schäden an der denkmalgeschützen Schleusenanlage festgestellt. Die Tore, deren Verankerung, aber auch die Massivbauteile, die aus Ruhrsandstein bestehen, weisen erhebliche Korossions- und  Bruchschäden auf. Auch, wenn die Anlage seit Jahren nicht mehr genutzt wird, gebietet die Verkehrssicherung zeitnahes Handeln.

Vor Inbetriebnahme steht jedoch noch eine weitere Aufgabe an: Infolge des jahrelangen Schleusenstillstandes hat sich im Schleusenkanal Schlamm abgesetzt und Lebensgrundlage für Teichrosen, Libellen - und Amphibienarten gebildet. Demzufolge scheidet eine ursprünglich vorgehene Entschlammung des Kanals auf der ganzen Breite aus. Durch ein beauftragtes Biomonitoring wird nun ein Weg gesucht, die Freizeitnutzung der Schleuse zu ermöglichen und die Funktion und Struktur des Biotopes zu erhalten.

Auch besteht schon seit Jahren der Bedarf, eine Möglichkeit für Ruder und Kanuten zu schaffen, die Staustufe ohne mühsames Umtragen zu passieren. Nach intensiven Variantenprüfungen und Vorplanungen scheidet wegen lokaler Randbedingungen eine Bootsgasse, wie sie an zahlreichen Staustufen zwischen Harkort- und Baldeneysee vorzufinden sind, aus.


Im Jahr 2013 beginnen in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz der Bezirksregierung Arnsberg die ersten Voruntersuchungen und - arbeiten. Nach Festlegung der Rahmenbedingungen nehmen die Arbeiten 2014 und 2015 Fahrt auf. Immer wieder kommt es jedoch zu Verzögerungen, weil zusätzliche versteckte Mängel festgestellt werden, u.a. aber auch altes Material und heutige Techniken nicht immer zu einander passen und neue Wege der Umsetzung gesucht werden müssen.

Mittlerweile sind die Probleme ausgeräumt. Das Mauerwerk ist saniert, die Tore sind erneuert, gängig gemacht und neu im Mauerwerk verankert. Die zusätzlich für die zukünftige Nutzung erforderlichen technischen Neuerungen sind eingebaut und werden nun noch fein
abgestimmt.

Durch den Verzicht auf die ursprüngliche vorgesehene Bootsgasse werden die Baukosten, die in einer Größenordnung von erfahrungsgemäß ca. 2 Millionen Euro liegen, deutlich unterschritten.

Im Zuge der für die Wiederherstellung der Stand- und Verkehrssicherheit erforderlichen Sanierung des Baudenkmals wird die Sicherheits- und Bedientechnik für die zukünftige Nutzung mit Kleinfahrzeuigen eingebaut. Hierauf entfallen von den Gesamtkosten in Höhe 1,1 Millionen Euro nur ca. 25 %, also ca. 275.000 Euro!!

Verfasser: Jürgen Buderus

Übersicht 2015