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Wir über uns - Jahresrückblicke
 

 
 

05.04.2016

CeBIT 2016 - Kampfmittelbeseitigungsdienst präsentiert sich

Qualität und Quantität der Gefahrenabwehr und -prävention verdoppeln sich

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) der Bezirksregierung Düsseldorf präsentierte sich im Jahr 2016 in Hannover an einem Messestand der nordrhein-westfälischen Landesverwaltung auf der CeBIT 2016, der weltweit größten Messe für Informationstechnik.

Vom 14. bis 18. März 2016 stellte der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine webbasierten Programme HIRA und KiSKAB vor. Erstmalig wurden beide Programme der internationalen Öffentlichkeit präsentiert.

Beide Programme wurden in den letzten Jahren konzeptionell von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KBDs entwickelt und zur optimalen Effizienzsteigerung an den eigenen Workflow angepasst. Die Vorgaben des KBDs wurden von externen Dienstleistern technisch umgesetzt. Seitdem HIRA und KiSKAB erfolgreich beim KBD eingesetzt werden, nehmen sie bundesweit eine Vorreiterrolle in der Kampfmittelbeseitigung ein.

HIRA - Die Luftbildauswertung als Teil der präventiven Gefahrenerforschung ermittelt in über 300.000 alliierten Kriegsluftbildern mögliche Kampfmittelverdachtsflächen. Eine Datenvorhaltung und -administration dieser immensen Datenmengen erfolgt beim Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW). Die eigentliche Luftbildauswertung wird hingegen dezentral an den beiden Standorten Hagen und Düsseldorf durchgeführt. Insofern wurde mit HIRA, dem Historisch Interaktiven RasterdatenArchiv, ein System entwickelt, dass eine Luftbildauswertung unter optimalen Bedingungen ermöglicht. Datenstreaming erlaubt die schnelle Bereitstellung großer Datenmengen. Eine Webbrowser gestützte Auswertung bietet einen flexiblen Einsatz des Systems. Zum größtmöglichen Schutz der Bevölkerung und zur Optimierung von finanziellen Ressourcen wurde so mit HIRA ein essentieller Bestandteil im Arbeitsablauf des KBDs implementiert. Durch den Einsatz von HIRA konnte sowohl die Qualität als auch die Quantität der Luftbildauswertungen nahezu verdoppelt werden.

KISKaB – Die Kampfmittelbeseitigung als Teil der Gefahrenabwehr ist eine kommunale Aufgabe. Zur Unterstützung der örtlichen Ordnungsbehörden wurde das Webbrowser basierte KISKaB, das Kommunale InformationsSystem über die KampfmittelBelastung, als Kampfmittelkataster entwickelt. KISKaB stellt den Ordnungsbehörden umfangreiches Wissen über alle Aktivitäten des KBDs in ihrem Zuständigkeitsbereich zur Verfügung. Rund 200.000 digitale Dokumente dokumentieren nicht nur abgeschlossene Vorgänge, auch laufende Verfahren sind nahezu lückenlos dargestellt. Dadurch ermöglicht KISKaB den Ordnungsbehörden zukünftig über Bauanträge noch effizienter und effektiver entscheiden zu können.

Wer auf der CeBIT nur die Ausstellung von Exponaten rund um die Computerwelt erwartete, wurde am Stand des KBDs mit außergewöhnlichen Ausstellungsstücken konfrontiert: In einer Glasvitrine ausgestellte, entschärfte Kampfmittel gewährten den Messebesucherinnen und Messerbesuchern einen kleinen Einblick in die alltägliche, gefährliche Arbeit der Fachkundigen des KBDs. Neben diversen Bombenzündern, Granaten, Patronen und weiteren Kampfmitteln konnte außerdem eine originale US-amerikanische Luftbildkamera aus dem Zweiten Weltkrieg bestaunt werden. Und vielleicht wurde genau mit dieser Kamera das eine oder andere Luftbild aufgenommen, dass nun mit HIRA auf der CeBIT 2016 betrachtet werden konnte.

Insbesondere das internationale Publikum der CeBIT zeigte sich nicht nur erstaunt, welchen Stellenwert die Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen auch noch 70 Jahre nach dem Kriegsende einnimmt. Auch die modernen Methoden zur Gefahrenerforschung hinterließen bei den Besucherinnen und Besuchern einen nachhaltigen Eindruck.

Verfasser: Kai Kulschewski

Übersicht 2016